April 11th, 2011 §

Vom 15. bis 17. April 2011 wird die Hamburger Rösterei Elbgold zum Cappuccino-Kosmos, Latte Art Eldorado und Espresso-Nirvana: Die deutsche Barista-Elite tritt an zur Barista-Meisterschaft 2011! Das können wir uns als echte Kaffeepiraten natürlich nicht entgehen lassen und stechen in See gen Norden, um unsere “Idole” kräftig anzufeuern und dabei noch was zu lernen. Viele Freunde und Bekannte aus der Kaffeeszene werden am Start sein und dabei zusehen, wie der aktuelle Barista-Meister Tom Schweiger aus Ansbach antritt, um seinen Titel zu verteidigen. Um die nötige Konkurrenz, die einen solchen Wettbewerb erst spannend macht, braucht Tom sich wirklich keine Sorgen zu machen. Sener Sönmez von der Espressobar Due Baristi wird antreten, genauso wie Wolfram Sorg, einer der Gründer der Deutschen Barista-Gilde und Autor des Blogs Radical Coffee. Als Rookie wird Winna Tsang von der Bavarian Roasting Company ihr Glück am Siebträger versuchen. Sie studiert Patent-Ingenieurwesen und arbeitet seit 2 Jahren als Barista. Geübt hat sie fleissig, u.a. hat sie sich Tipps von Tom Schweiger geholt – denn trotz aller sportlichen Konkurrenz, herrscht in der Kaffeeszene eine freundschaftliche Atmosphäre. Über ihre möglichen Gewinnchancen äussert sie sich bescheiden. Sie hat Respekt vor der größeren Erfahrung der “alten Hasen” und stellt ihre Teilnahme eher unter das olympische Motto: Dabeisein ist alles.

Neben dem Barista Champion werden außerdem der Latte Art Champion, der Coffee in Good Spirits und der Cup Taster Champion gekürt – es gibt für uns also jede Menge zu sehen und zu lernen. Als Zuschauer sind übrigens alle Kaffeefreunde, Koffein-Junkies und Cappuccino-Süchtige willkommen, der Eintritt ist frei!
Und hier noch mal die wichtigsten Infos im Überblick:
Deutsche Barista Meisterschaft 2011, 15.-17.4., Kaffeerösterei Elbgold, Lagerstarße 34c, 20357 HH. Beginn ist an allen Tagen jeweils um 10 Uhr.
Dezember 22nd, 2010 §
Es ist kurz vor Schluss, 2010 ist 356 Tage alt. Doch bevor wir euch in ein neues Jahr entlassen, reihen auch wir uns ein in die laaange Schlange der zahlreichen Jahresrückblicke, die man nun allerorts zu hören und sehen bekommt.
Bei uns geht es natürlich nicht um die pikantesten Enthüllungen der vergangenen 12 Monate, die 10 peinlichsten Promis 2010 oder die schönsten Adels-Hochzeiten des letzten Jahres. Für alle die jetzt enttäuscht sind, der wohlgemeinte Rat: Kauft euch ne Gala oder Bunte.

Für alle anderen: Hier kommt der Kaffeepiraten Jahresrückblick und unser Bohnen-Line-Up 2010.
Dank dieser Röstereien hatten wir allzeit besten Kaffee an Bord:
Kaffischopp: Beste Kaffees aus der Schweiz
Vicci Caffè: Die Espresso-Tricolore aus der Rösterei Kaffeeleben
Torrefaktum: Die erste integrative Kaffeerösterei in Hamburg
Niehoff´s Kaffeerösterei: Unsere Bord- und Kombüsenrösterei
Tres Cabezas: Kaffee mit Surfer-Feeling aus Berlin
Speicher&Consorten: Beste Bohnen und Feinkost aus Hamburgs Speicherstadt
Mykona: Single Origins aus aller Welt
Rabenschwarz: Die Rösterei aus Schwelm
Werksbrandt: Die Rösterei aus Frasdorf
Baroco: Die Bavarian Roasting Company
Youcoffee: Die Berliner Kaffeerösterei Westend

Uns hat es sehr viel Spaß gemacht – wir hoffen, euch auch…
Wir sagen Danke, Schiff Ahoi und wünschen allen ein gutes neues Jahr!
November 24th, 2010 §
Tommy und Stefan von der Bavarian Roasting Company waren kürzich in Amerika unterwegs, um sich in der dortigen Kaffee- und Rösterszene ein wenig umzusehen. Da wir gerne selbst mitgekommen wären, in unserer Schatzkammer aber gerade Ebbe herrschte, haben wir nun wenigstens einen kleinen Reisebericht von den beiden erhalten. Und den wollen wir Euch natürlich auch nicht vorenthalten.Und damit übergebe ich das Wort an Tommy:
Ende Oktober machten wir uns auf über den großen Teich. Natürlich nicht mit dem Schiff, wie das vielleicht die Kaffeepiraten getan hätten, sondern mit dem Flugzeug:-) Unser erstes Ziel war das Coffeefest 2010 in Seattle. Stadt und Veranstaltung waren super, klar. Schließlich ist Seattle eines der Epi-Zentren der Third Wave Bewegung.
Nach dem Coffeefest gings den Küstenhighway 101 hinunter bis nach San Francisco. Auf dem Weg dorthin sind wir zufällig über zwei Röstereien gestolpert. Die erste, die Pirate Coffee Company, liegt an einem für Piraten recht typisch rauhen Fleckchen an der Küste von Oregon. Da mussten wir natürlich sofort an die Kaffeepiraten zu Hause denken…


In Mendocino stolperten wir über die Thanksgiving Coffee Company, die, wie sich rausstellte Paul Katzeff gehört, dem Gründer bzw. Mitbegründer der SCAA. Wir haben natürlich sofort geröstet und Kaffees verkostet. Seine ersten Worte zu unserem Kaffee Kahawa waren:” I could drink this Coffee all day long”. Das freut uns natürlich, aber es ging bei der Verkostung ja nicht um besser oder schlechter, sondern um bestimmte Eigenschaften der Kaffees.
Auf jeden Fall ist er ein extrem interessanter und liebenswerter Mann der mit seinen 72 Jahren einfach wahnsinnig viel Erfahrung hat und uns gute Tipps geben konnte. Sein Lebenswerk besteht darin, Kaffeekooperativen mit Verkostungsstationen auszustatten, wodurch natürlich die Kaffeequalität extrem gesteigert werden kann. Dafür hat er als einzig noch lebender Mensch zusammen mit Illy und noch jemanden (des hab ich leider vergessen-werds aber mal nachschlagen) von der SCAA den Lifetime Achievement Award bekommen.

Ich war ja nun schon das vierte mal an der amerikanischen Westküste unterwegs und werd bestimmt noch öfters hinfahren-wenn ihr mal Zeit für Urlaub findet, kann ich das nur empfehlen! Das Kaffeebewusstsein der Westküstler is deutlich stärker als bei uns ausgeprägt (mit Ausnahme von Hamburg).
Danke Tommy für den Tipp! Und: Na klar werden wir schnellstmöglich gen Amerika segeln, das können wir uns als bekennende Coffee Geeks natürlich nicht entgehen lassen!
September 27th, 2010 §
Die Bavarian Roasting Company, kurz Baroco, ist zu uns an Bord gekommen und verwöhnt uns und unsere Clubmitglieder einen Monat lang mit drei köstlichen Kaffeemischungen. Darauf haben sich die beiden Brüder aus Amberg spezialisiert, auf das Blending, das Mischen von verschiedenen Kaffeebohnen. Meist sind es drei bis fünf Provenienzen, die bei Baroco in einer Mischung zusammen kommen. Die Brüder Thomas und Stefan meinen: “Das Blending ermöglicht es uns als Kaffeeröster, unerwünschte Geschmacks- und Aromakomponenten einzelner Provenienzen zu neutralisieren und erwünschte Eigenschaften zu erhalten, ja sogar gezielt hervorzuheben.” Mehr über die Jungs und ihre Leidenschaft zum Kaffee erfährst Du hier, im Kurzinterview.
Aber nun wollen wir die Kaffees von Baroco ausgiebig testen. Ein Filterkaffee und zwei Espressi sind es. Eine kleine, aber sehr feine Auswahl. Wochen und Monate haben die Jungs probiert, getestet und geröstet, bis sie diese Mischungen entwickelt hatten. Die Arbeit hat sich gelohnt, finden wir:
Kaffee Kahawa

Dieser Kaffee besteht aus 100% Arabicabohnen. Ihre Herkunft wollen Stefan und Thomas noch nicht verraten – das wäre zu früh, meinen sie, wo sie die Mischungen doch erst seit einem knappen Jahr “gefunden” haben. Und wer will schon sein Geheimrezept freigeben? Langsam und schonend rösten die beiden Jungs an ihrem 5-Kilo-Röster die Bohnen: während des normalen Kaffeebetriebs. Und natürlich macht das die Kunden neugierig.
Bestellt man einen Kaffee Kahawa, wird er in einer Mini French Press mit großer Sanduhr serviert. Wir probieren den Kaffee zu hause mit dem Filter, in der AeroPress und in der French Press. Tatsächlich ist das Geschmacksergebnis in der French am besten. Und so riecht und schmeckt er:
Wir riechen: Die Bohnen geben ein fein-würziges, leicht schokoladiges Aroma ab, keine Säure – sehr harmonisch. Auch das Aroma des zubereiteten Kaffees ist weich, fein mild und frei von Säure.
Wir sehen: Einen ganz klaren, schillernden, dunkelbraunen Kaffee – fast wie ein Earl Grey Tea, so klar ist er.
Wir schmecken: Einen wunderbar vollmundigen, weichen Kaffee mit einer natürlichen Süße, die jedes Zuckerkorn überflüssig macht. Der Kaffee hinterlässt ein weiches Mundgefühl und ist so bekömmlich und harmonisch, dass man eine ganze Kanne wegtrinken könnte.
Fazit: Mein Lieblingskaffee! Seit ich ihn probiert habe, muss ich jeden Tag eine Tasse trinken. Unbedingt in der French Press zubereiten! Wasser nicht zu heiß aufgießen, bei um 92 Grad und nicht zu lange ziehen lassen (max 3 Minuten).
Espresso Simba

Die Jungs von Baroco meinen, genau wie wir, dass die besten Espressomischungen einen Anteil an Robuastabohnen enthalten. Denn natürlich ist das Gerücht, Robustabohne ist gleich schlechte Qualität, eben ein Gerücht. So schreiben Thomas und Stefan auf ihrer Seite, “dass es Anbaugebiete gibt aus denen ganz ausgezeichnete Robusta Bohnen hervorgehen, welche den Arabicas in punkto Qualität in keinster Weise nachstehen.” Der Espresso Simba besteht aus 70% Arabica und 30% Robustabohnen. Eine klassische Espressomischung, italienisch geröstet und besonders gut pur oder in Kombination mit Milch, als Cappuccino, geeignet.
Wir riechen: Schon beim Öffnen des Ventilbeutels nehmen wir ein fein karamelliges Aroma wahr. Sehr würzig riechen die Bohnen, leicht rauchig wie der edle Geruch einer Zigarre.
Wir sehen: Der Espresso quillt schön gemächlich und sämig aus dem Siebträger – wunderbar! Einr hinterlässt eine dichte, goldgelb-braune Crema.
Wir schmecken: Einen kräftigen, vollmundigen Espresso mit deutlich karamelligen Noten, die in Kombination mit Milch noch hervorgehoben werden.
Unser Fazit: Toll geeignet zum Dessert oder Kaffeeklatsch mit Kuchen! Lecker auch: doppelt im Latte Macchiato.
Espresso Cocoa

Der Espresso Cocoa soll, wie der Name es andeutet, nach Schokolade schmecken. Er enthält 60% Arabica- und 40% Robustabohnen. Wir sind gespannt, öffnen den Beutel und…
Wir riechen: Dieser Espresso riecht, trotz seines höheren Anteils an Robustabohnen, milder als der Espresso Simba. Dafür sind die Schokonoten umso deutlicher.
Wir sehen: Auch dieser Espresso quillt behäbig aus dem Siebträger. Er hinterlässt einen feinen, dunkelbraunen Rand in der Espressotasse und eine schöne Tigerfellcrema.
Wir schmecken: Einen sehr harmonischen Espresso. Nicht zu stark und nicht zu schwach. Nicht zu süß und nicht zu bitter. Sehr schokoladig ist er und macht damit Zucker überflüssig. Er ist sehr angenehm weich im Abgang.
Fazit: Auch dieser Espresso eignet sich gut in Kombination mit Milch und Milchschaum. Uns schmeckte er am besten pur!
Die drei Kaffees der Bavarian Roasting Company sind noch bis 18.10. bei uns an Bord. Teste sie und entscheide mit, ob sie es Wert sind an Bord zu bleiben! Die Kaffees gibt es in ganzer Bohne im 500 Gramm Beutel ab 12,40€.
September 20th, 2010 §



Im kleinen Örtchen Amberg beschließen zwei Brüder ihren eigenen Kaffee zu rösten. Sie kaufen sich einen kleinen Probat, probieren und rösten wochenlang, bis sie drei wunderbare Kaffees gemischt haben. Sie mieten ein wunderschönes Altstadthaus, eröffnen ein kleines Café und nennen sich die Bavarian Roasting Company – eigentlich wollen sie nur rösten und ihre Kaffees vermarkten. Doch die Amberger fallen in Strömen über das Café herein und Thomas und Stefan kommen kaum hinterher. Doch die Jungs kennen keine Kompromiesse: alles soll perfekt sein! Der Kaffee, der Service, das Café selbst. Und so arbeiten sie seit einem Jahr 7 Tage pro Woche…mit Leidenschaft und viel Herzblut. Als wir sie in Amberg besuchen, merken wir das: Jeder Gast fühlt sich zu hause, fürs Kaffee zubereiten nimmt man sich viel Zeit und das schmeckt man!
Beim Rösten haben sich die beiden übrigens auf die Kunst des Blendings spezialisiert. Im Gegensatz zu sortenreinen Kaffees, werden beim Blending verschiedene Provenienzen unterschiedlicher Herkunftsländer so gemischt, dass ein harmonischer Geschmack entsteht. “Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sortenreine Röstungen zwar für die traditionelle Filterkaffeezubereitung durchaus ihre Berechtigung besitzen, aber für Espressogetränke eher ungeeignet sind weil sie meist zu stark in eine Geschmacksrichtung tendieren. Das Blending ermöglicht es uns, unerwünschte Geschmacks- und Aromakomponenten einzelner Provenienzen zu netralisieren und erwünschte Eigenschaften zu erhalten, ja sogar gezielt hervorzuheben. Durch richtiges Belnding entsteht so ein hervorragend ausgewogener Kaffee der weit mehr ist als die Summe seiner Bestandteile,” meint Thomas.
Dass die Jungs etwas von ihrem Handwerk verstehen, davon kannst Du Dir in unserem aktuellen Special selbst ein Bild machen, Pirat! Doch zuerst wollen wir Dir die Jungs und ihre Einstellung zur kleinen braunen Bohne genauer vorstellen und haben sie deshalb zum obligatorischen Kaffeepiraten-Interview gebeten:
bpcc_Seit wann betreibt ihr eure eigene Rösterei?
baroco_Seit dem 01.05.2009.
bpcc_Und was habt ihr davor gemacht?
baroco_Wir haben studiert. Stefan Informatik und Tommy Geographie.
bpcc_Wie kamt ihr zu der Entscheidung, selbst Röster zu werden?
baroco_Durch Zufall. Wir haben uns beim Tennisspielen während der Seitenwechsel öfter über das Thema unterhalten, bis das Ganze irgendwann Gestalt annahm. Die Entscheidung fiel einige Monate später als wir ein passendes Objekt für die Umsetzung unserer Ideen gefunden hatten.
bpcc_Ihr seid Brüder. Ist das ein Vorteil, wenn man sich selbständig macht, oder fliegen häufiger die Fetzen weil man weniger Hemmungen als gegenüber „Fremden“ hat?
baroco_Es ist ein Vorteil, definitiv. Wir vermeiden die meisten Streits, weil wir uns immer sofort alles offen sagen ohne die Angst, dass der andere gleich beleidigt ist. Weniger Hemmungen zu haben ist in diesem Fall von Vorteil, weil sich der Ärger gar nicht erst aufstauen kann.
bpcc_Wie wählt ihr die Rohkaffees für eure Röstungen aus? Bio? Faitrade? Direct Trade?
baroco_Wir wählen unsere Kaffees nach deren Qualität und Eigenschaften (Säure, Körper etc.). Labels sind für uns zweitrangig, es ist der Geschmack der letztendlich für uns ausschlaggebend ist.


bpcc_Eure Rösterei und euer Café sind in Amberg, nicht gerade der Nabel der Welt. Wie reagiert das direkte Umfeld auf eure Kaffees, bzw. euren hohen Anspruch an die Kaffeezubereitung? Bayern sind ja eher als Biertrinker bekannt…
baroco_Vorsichtig ausgedrückt: positiv. Das mit dem Biertrinken wird sich ändern, da sind wir optimistisch. Was den Nabel der Welt angeht, sagen wir, wir arbeiten daran.
bpcc_Was ist eurer Meinung nach die größte Schwierigkeit beim Kaffee rösten?
baroco_Das Rösten selbst ist, ehrlich gesagt, mit etwas Übung relativ einfach. Die richtige Kaffeemischung zu finden ist die eigentliche Herausforderung.
bpcc_Falls ihr schon einmal in ein Kaffee-Anbauland gereist seid: Wohin? Habt ihr den Kaffeefarmern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen können?
baroco_Das steht ganz oben auf unserer TODO Liste. Es bleibt also spannend.
bpcc_Wie ist eure Einschätzung des deutschen Kaffeemarktes: Werden die Konsumenten vermehrt Wert auf Qualität legen und dafür auch höhere Preise bezahlen? Wie seht ihr das Verhältnis zwischen Industrie-Röstern und Kleinröstern? Haben die “Kleinen” überhaupt eine Chance?
baroco_Ja, wir haben eine Chance. Es gibt wie in fast jedem Bereich zwei Ansätze: 1) Hohe Quantität und dafür preiswerter, und 2) hohe Qualität und dafür exklusiver. Wir bieten hohe Qualität zum einem fairen Preis. Das ist der Weg den man als ‘Kleiner‘ gehen muss um erfolgreich zu sein.
bpcc_Ihr seid demnächst in den USA, um euch die dortige Kaffee-Szene genauer anzuschauen. Was sind eurer Meinung nach die Punkte, die sich die Deutschen noch von den Amerikanern abschauen müssen? Was sind die generellen Unterschiede zwischen der deutschen und der amerikanischen Kaffeeszene?
baroco_In Deutschland ist man weitläufig der Meinung die Italiener hätten den besten Kaffee der Welt. Haben sie aber nicht, schon lange nicht mehr, auch wenn das kaum jemand einsehen will. Wir Deutschen, nein, wir Europäer, müssen lernen unseren Blickwinkel zu vergrößern. Die Amerikaner besitzen etwas das wir nicht haben oder das uns abhanden gekommen ist: Den Mut zur Veränderung gepaart mit dem unbedingten Willen alles besser machen zu wollen als die anderen. Diese Kombination ist unschlagbar, denn sie eröffnet neue Möglichkeiten, gibt Raum für Experimente und definiert alte Grenzen neu. Das gilt für alle Bereiche aber eben auch für das Kaffeerösten. Es gibt allein in Nordamerika mehrere tausend kleiner Kaffeeröstereien wie wir eine sind und jede beschreitet einen anderen, neuen Weg um ein klein wenig besser zu werden als ihre Mitstreiter. So entsteht Fortschritt.
bpcc_Wie bereitet ihr euren Kaffee / Espresso zu?
baroco_Unseren Filterkaffee bereiten wir in der Pressstempelkanne zu. Es ist eine einfache aber gute Möglichkeit der Kaffeezubereitung, weil dadurch alle Aromen zur Geltung kommen. Wir geben dabei eine Ziehzeit von etwa 5 Min vor. Unseren Espresso (oder sollten wir sagen, unsere beiden Espressi?) bereiten wir mit einer La Marzocco GB5 zu. Eine wunderschöne Maschine die technisch und optisch keine Wünsche offen lässt.
August 17th, 2010 §
Fränkische Cafés, zwei Kaffee-Gründer und der amtierende Barista-Meister. Die Kaffeepiraten waren on Tour!

Freitag waren wir wieder auf Kaffeefahrt und haben Menschen besucht, die genau wie wir, einen Großteil ihrer Zeit mit Kaffee verbringen. Die erste Station war das Café Baroco, bzw die beiden Brüder Stefan und Thomas von der Bavarian Roasting Company mit Ihrer wunderbaren Kaffeerösterei in Amberg, inmitten der fränkischen oberpfälzischen Provinz. Vor etwas über einem Jahr haben sie das Baroco gegründet. Ursprünglich wollten sie hauptsächlich rösten und daneben ein paar Kaffees ausschenken. Das Café schlug jedoch ein wie eine Bombe und so sind Tom und Stefan seither am rotieren zwischen Milschäumer, Röster und Rohkaffeelager. Schon morgens um neun als wir ankommen fallen die Coffee-Addicts ein und trinken einen schnellen Espresso auf ihrem Weg zur Arbeit.
Ein guter Tipp übrigens für unsere Lieblingscafé-Suche :-) Wir werden über das Baroco demnächst nochmal ausführlicher berichten. Denn nun soll es zunächst um Tom gehen, den amtierenden Deutschen Baristameister, zu dem wir danach aufbrachen.

Tom, sein Café Green&Bean und seine Kaffeeschule sitzen in Ansbach. Auch ein kleines, hübsches Städtchen dessen Einwohner von richtig gutem Kaffee verwöhnt sind. Denn Tom ist in Sachen Latte Art und Kaffeesensorik ein Profi, was ihm letzhin den Titel des Deutschen Baristameisters einhandelte. Er ist von der SCAE zertifizierter Baristatrainer und bietet Schulungen sowohl für Gastronomien als auch für Privatleute an. Schon für 49€ kann man an einem Einsteigerseminar teilnehmen.
Zwei Stunden erzählte uns Tom von seinen Erfahrungen bei den Baristameisterschaften, dem kollegialen Umgang untereinander, selbst zwischen Kollegen die um den selben Titel konkurrieren. Wir fachsimpelten über Kaffeeanbau, die deutsche und internationale Kaffeeszene und testeten diverse Kaffees. Unter anderem den Espresso, mit dem Mike Phillips von Intelligentsia den Weltmeistertitel gewann. Tom war bei den Weltmeisterschaften in London mit einem Kaffee aus Brasilien angetreten, von der Farm Camocim (ein dry pulped natural – red lapar 59 – Ernet August 09). Für diejenigen, die einmal in den Genuss eines solchen “Wettberweb-Kaffees” kommen möchten: man kann ihn im Green&Bean direkt kaufen.
Besonders freuten wir uns natürlich, dass Tom auch unseren Espresso stand up, mate! aus 70% Arabica und 30% Robustabohnen unter die Lupe nahm. Denn natürlich wollten wir wissen, was ein hypersensibilisierter Kaffeefreak von unseren Piratenbohnen hält. Sein Fazit: Ein sehr angenehmer Alltagsespresso, den man gut schwarz genießen kann und der gleichzeitig eine tolle Cappuccino-Grundlage ist. Der Kapitän freut sich und sendet Salutsalven gen Mittelfranken!
Ein Besuch bei Green&Bean ist absolut empfehlenswert. Nicht nur, weil man hier zu absolut fairen Preisen ein spannendes Kaffeeseminar bei Tom buchen kann und Fakten über Kaffee erfahren wird, die in keinem Lehrbuch stehen. Sondern auch wegen des dazugehörigen Cafés, das mitten in der Altstadt liegt und in dem man jederzeit herzlich mit den besten Kaffeegetränken versorgt wird. Ein weiteres Lieblingscafé für unseren Café-Guide!

Caro und Tom an der LaMarzocco

In Toms Kaffeeschule

Unser Espresso “stand up, mate!” im Test

Mit der Mischung oben gewann Mike Philipps von Intelligentsia den Weltmeistertitel
