Einen ganzen Tag lang Kaffeekunde, Verkostung und Rösten – das könnten wir wöchentlich wiederholen! Aber leider fehlt uns dafür die Zeit. Darum haben wir Röster Thomas in Murnau besucht und von ihm gleich die doppelte Portion Kaffeewissen mitgenommen. Thomas Eckel ist gelernter Kaffeesommelier und nimmt seit zwei Jahren am Cup of Excellence teil. Seinen Job als Finanzvorstand eines Softwareunternehmens hat er gegen die eigene Röstere getauscht und geht seither voll in seiner Leidenschaft für das schwarze Gold auf. Fünf Stunden lang lässt er uns an seinem umfassenden Wissen teilhaben. Wir erfahren mehr über Rohkaffees und Kaffeeanbau, machen eine Aromaschulung, rösten im kleinen Probenröster und lernen zu Cuppen. Vielen Dank, lieber Thomas! Mehr Fotos von der Schulung findest Du auf unserer Facebook-Seite unter diesem Link.
Melitta Bentz, das ist das Urgestein des anständigen Kaffeetrinkens, eine Koryphäe deutscher Kaffeetradition! Sie erkannte, dass Kafeesatz in der Tasse nicht nur unangenehm im Mund krümelt, sondern auch den Geschmack von Kaffee verändert – und hat mit dem Kaffeefilter eine Zubereitungsart erfunden, die bis heute in aller Welt verwendet wird.
1908 ist es, als Melitta in ihrer Küche in Dresden steht, das Löschpapier ihres Sohnes in einem Schulheft sieht und auf die Idee kommt. Sie durchlöchert einen Kochtopf, legt das Löschpapier hinein, füllt Kaffeemehl darüber und gießt darauf heißes Wasser. Heraus kommt der klassische Filterkaffee, so wie wir ihn bis heute kennen.
Melitta zeigt ihren Freundinnen die Erfindung und sorgt für Furore. Natürlich sind die Hausfrauen allesamt begeistert. Und so beschließt sie, die Idee zu patentieren und zu vermarkten. Mann und Sohn helfen tatkräftig mit und schon 1911 gewinnt Melitta Preise, zum Beispiel bei der Internationalen Hygieneausstellung. Aus dem runden Löschpapier wird das Filtertütchen, aus dem durchlöcherten Topf der Filteraufsatz aus Keramik – und das Unternehmen wächst und wächst.
Heute ist die Melitta Unternehmensgruppe Bentz KG ein internationaler Konzern mit über 3000 Mitarbeitern und Produkten wie Toppits und Swirl und hat allein 2010 weltweit 1.301 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.
Wir verbeugen uns erfürchtig vor der Leistung dieser Dame: denn auch wir bereiten Kaffee regelmäßig in unseren heißgeliebten, auf dem Flohmarkt erstandenen Keramikaufsätzen zu. Wie wir ihn am liebsten mögen? Hier ist unser Zubereitungstipp:
Den Filter in den Aufsatz legen und diesen kurz mit heißem Wasser rundum anfeuchten. So verhindert man, dass der Kaffeegeschmack durch das Filterpapier verfälscht wird.
Während man das Wasser aufkocht, wird der Kaffee frisch gemahlen: Pro kleine Tasse 15 Gramm, der hell- bis mittelbraun geröstet ist. Die Mahlung sollte feinkörnig sein, wie Sand – gröber als für den Siebträger, aber feiner als für die French Press. Nach dem Aufkochen das Wasser 1 Minute abkühlen lassen, so dass es bei etwa 94 Grad ist.
Nun wird das Wasser gleichmäßig aufgegossen. Zunächst ein kurzer Schwung bis das Kaffeemehl vollständig bedeckt ist, damit es kurz aufquellen kann. Kurz warten, dann den Rest aufgießen. Wenn das Wasser nur noch dünn aus dem Filter tropft, ist der Brühvorgang abgeschlossen und der Kaffee kann getrunken werden.
P.S. Die besten Keramik Kaffeefilter bekommst Du übrigens von Hario. Und für diesen Aufguss haben wir unseren Piratenkaffee ready to board, lubber? verwendet – einen mild-süßen Single Origin aus Peru.
(Die oberen beiden Bilder kommen aus dem Pressebereich von Melitta)
Der Opa macht Bohrmaschinen mit Weltruf und der Enkel widmet sich Bio-Produkten und irgendwann kommt dabei eine Gourmet-Kaffeemarke aus nachhaltigem und ökologischen Anbau raus….
Wie das geht? Das erklärt uns Oliver Germek, der Geschäftsführer der Mensch&Natur AG aus München.
hier entlang geht es zu den Kaffees
bpcc_Cavallo Nero ist ein Produkt der Mensch&Natur AG. Was genau ist das Konzept von Mensch&Natur und wie ist ihre Geschichte? oliver germek_Mensch & Natur ist Inhaber hochwertiger Bio-Marken: “nur natur” war die erste Biotee-Marke überhaupt auf der Welt. Seit 25 Jahren war und ist sie eine Vermarktungsplattform für ökologische Teegärten in Indien und China und zugleich ein Entwicklungsinstrument, um in den Gärten und Plantagen soziale und ökologische Entwicklungen zu stabilisieren. Christoph Bosch, Bio-Pionier und Enkel von Robert Bosch, hatte nur natur erfunden gründete in den 90er Jahren Cavallo Nero: die erste Marke für hochwertige Bio-Kaffeespezialitäten ihrer Zeit.
Kaffeeplanzen im indischen Regenwald
bpcc_Was ist das Konzept von Cavallo Nero?
og_Ausgewählter Bio-Rohkaffee und ein aufwendiges, speziell für Cavallo Nero entwickeltes, Langzeitröstverfahren schaffen Kaffee und Espresso der absoluten Spitzenklasse. Seit Jahren gehört Cavallo Nero zu den besten Kaffees im Markt. Seriös und nicht auf kurzfristige Trends setzend: wir wollen Genussprodukte aus Biokaffee schaffen und wissen, dass dies ausschließlich das Ergebnis jahrelanger, harter Arbeit ist.
bpcc_Wie werden die Rohkaffees für Cavallo Nero ausgewählt? Bio? Fairtrade? Direct Trade? og_Die Rohkaffees beziehen wir direkt und seit Jahrzehnten bei den überwiegend gleichen Kaffee-Plantagen und Farmen. Alle Kaffees sind Bio zertifiziert. Viele stammen zudem aus Utz-Kapeh oder Fairtrade Herkünften, was aber für uns kein zwingendes Kriterium mehr ist. Warum? Wenn heute Millionen von Fairtrade zertifizierten Kaffees über Discounter und Kaffeeketten verkauft werden, ist eine Zwickmühle für den verantwortungsbewussten Verbraucher vorprogrammiert. Denn solche große Produktionsmengen sagen nichts mehr über Qualität aus. Hier ist sehr viel Verantwortungsbewusstsein gefragt.
Kaffeeanbaugebiet in Indien
bpcc_Die Mensch&Natur AG sucht die Rohkaffee-Lieferanten direkt in den Anbauländern selbst aus. In welchen Ländern haben Sie Kooperationen? Wo gibt es den größten sozialen Verbesserungsbedarf für die Kaffeebauern? og_Seit über 15 Jahren achten wir auf höchste Bio-Qualität und eine nachhaltig-dauerhafte Zusammenarbeit: so beziehen wir aus unseren Hauptherkünften in Indien und Mexiko seit mehr als 10 Jahren den Rohkaffee von den gleichen Farmen und Kooperativen. So etwas gelingt nur dann, wenn man in guten und schlechten Zeiten ein verlässlicher Partner ist.
Verbesserungsbedarf gibt es zugleich in sozialen, ökologischen und ökonomischen Fragen. Wir sehen nach Jahrzehnten dort die größten Verbesserungen, wo Mensch und Natur ein gesundes Gleichgewicht gefunden haben und mit Perspektive für sich und ihre Familien dort leben. Eine zugegeben pauschale Antwort, die zeigt, dass jedes Land seine eigene Herausforderungen hat – die gilt es konkret zu adressieren.
Kaffeesortiererinnen bei der Arbeit
bpcc_Der Kaffeemarkt befindet sich im Wandel: Die Preise für Rohkaffee steigen, die Japaner und Chinesen drängen immer mehr in den Handel mit hochwertigen Rohkaffees. Was sind Ihrer Meinung nach die größten Schwierigkeiten für europäische Kaffee-Anbieter in der Zukunft? og_Die steigende Nachfrage und Kaufkraft gerade in Indien und China sowie zunehmende Spekulationsgeschäfte an Rohkaffee-Märkten lassen die Preise derzeit massiv steigen und die Nachfrage nach Spitzenkaffees aus China und Indien lässt den Markt „austrocknen“. In diesem Umfeld wird es für Anbieter in Europa immer schwerer, echte Plantagen- oder Länder-Kaffees zu moderaten Preisen anzubieten.
bpcc_Wie ist ihre Einschätzung für die Zukunft des deutschen Kaffeemarktes? Wird der Wandel hin zum hochwertigen Kaffeegenuss auch die große Masse an Kaffeetrinkern erreichen? Wird Kaffee – auch preislich – wieder zum Luxusgut? og_Ich glaube schon, dass immer mehr Konsumenten den Genuß hochwertigen Kaffees schätzen und bereit sind, dafür auch mehr Geld auszugeben. Wo Kaffee einen persönlichen Luxus darstellt, wird man auch bereit sein, Luxuspreise zu zahlen.
Wichtig ist, dem Verbraucher zu erklären, worin der Mehrwert eines Kaffees besteht. Besteht er in einer Marketingkampagne mit George Clooney oder besteht er beispielsweise darin, wie ein Kaffee geröstet wurde. So ist unser Cavallo Nero No1-Espresso speziell für die Lufthansa First Class Lounge in München entwickelt worden. Deren Anforderungen: Eine Bohne, aber Spitzenklasse bei Espresso und Kaffee.
Kindergarten der Kaffeeplantage im indischen Elkhill
bpcc_Und zum Abschluss interessiert es uns als echte Kaffeepiraten natürlich: Trinken Sie lieber Espresso oder lieber klassischen Filterkaffee? Wie bereiten Sie ihn zu? Und, sind sie eher ein Viel- oder ein Genusstrinker? og_Morgens Filterkaffee, nach dem Essen Espresso und tagsüber Unmengen Schwarz- und Grüntee!
Wir sagen: Danke und Ahoi, lieber Herr Germek. Und Dir, lieber Kaffeepirat, raten wir: Ran an die Beute, denn die Kaffees gibt es nur für kurze Zeit! Bitte hier entlang…
Wer seinen Kaffee gerne heiß trinkt, sollte sich diese physikalische Erkenntnis zu Herzen nehmen: Modernist Cuisine, ein Kochbuch und Internetportal über die Kunst und Wissenschaft des Kochens, fand heraus, dass Kaffee durch die Zugabe von Sahne um 20% langsamer abkühlt als purer, schwarzer Kaffee. Und das, obwohl die Kaffeesahne selbst kalt ist. Das Phänomen lässt sich anhand dreier physikalischer Faktoren erklären…die da wären? Vielleicht fallen Sie Euch ein, wenn Ihr dieses großartige Video seht:
Letzten Samstag war ich bei Ikea. Nach stundenlangem Kampf durch Markthalle, Fundgrube und die Kassenzone, erreichte ich die “Lebensmittelabteilung” und staunte nicht schlecht, als ich den “Kaffe Hela Bönor Mörkrost” in ganzer Bohne entdeckte. Ikea macht jetzt also auch Kaffee. Hoffentlich schmeckt er besser als sich der Name anhört, dachte ich und griff zu. Was darf man bei einer 250-Gramm-Packung für schlappe 2,60€ erwarten? Industrie-Röstung auf jeden Fall, würde ich mal sagen. Oder vielleicht doch nicht? Ich machte mir so meine Gedanken, stellte die Packung zu Hause erst mal auf´s Fensterbrett und beäugte sie argwöhnisch während ich mein neues Billy-Regal zusammenschraubte.
Heute habe ich ihn dann doch endlich verkostet, den Bohnen-Mix unserer schwedischen Möbel-Freunde. Dazu gab´s leckere Pepparkakor von der Anna (Pepparkakor=Pfefferkuchen // Anna= mir unbekannte, aber scheinbar begabte Pfefferkuchen-Bäckerin) und eine Tüte Pepparkakskola von Axel Holmgren (das sind Karamellbonbons mit Pfefferkuchengeschmack).
Vorweg, die Kekse und Bonbons sind köstlich und ich kann für alle beide eine uneingeschränkte Kaufempfehlung abgeben.
Doch nun zum Kaffee. Auf der Packung liest man, dass er aus 91% Arabica und 9% Robusta besteht und dunkel geröstet ist. Außerdem ist er UTZ zertifiziert. Eine Information über die Herkunft der Bohnen sucht man vergeblich.
Da der Kaffee dunkel geröstet ist, probierte ich ihn zuerst aus der Siebträgermaschine, was ein Fehler war! SEHR sauer, meine Geschmacksnerven zogen sich zusammen von hier bis Malmö und wieder zurück. Also 2. Versuch in der French Press.
Wenn ich Kaffee in der French zubereite, gieße ich zuerst nur wenig Wasser auf das Mehl und rühre anschließend mit einem Löffel um, bis sich goldgelber Schaum bildet. So lösen sich die Öle und Aromen. Beim Ikea-Kaffee rührte und rührte ich, aber kein Schaum wollte entstehen. Der erste Eindruck war also schon mal nicht gut.
Nach 4 Minuten Ziehzeit drückte ich den Stempel und goss ein. Und der Kaffee geizte weiter mit seinen Reizen und wollte keinen leckeren Duft verströmen. Zweiter Eindruck: Immer noch nicht gut.
Nach dem ersten Schluck war klar: Die bisherige “Charme-Offensive” zieht er knallhart bis zum Ende durch, der Kaffee. Denn auch beim Geschmack konnte er überhaupt nicht überzeugen. Schal und schlapp, ohne besondere Aromen.
Lieber Ikea, mach Dir lieber mal Gedanken über die ökologisch korrekte Beschaffung Deiner Rohstoffe, anstatt Dich am Kaffee zu versuchen. Das können andere bessser. Oder was meint ihr?
Im letzten Newsletter der Berlin School of Coffee sind wir auf dieses Fundstück gestoßen, dass uns zum Schmunzeln brachte. Diese überaus kuriose Meldung wollten wir Euch natürlich nicht vorenthalten…
Die einflussreiche indonesische Muslimenvereinigung “Ulema Council” prüft, ob der berühmte Kopi Luwak Kaffee für Moslems verboten werden sollte. Der teuerste Kaffee der Welt könnte auf Grund seiner “Produktionsweise” unrein sein. Der Kopi Luwak wird auf mehreren indonesischen Inseln produziert, von Sumatra im Westen bis Sulawesi im Osten. Dabei frisst eine lokale Schleichkatzenart die Kaffeekirschen und scheidet die fermentierten Bohnen auf natürlichem Wege wieder aus. Das “Ulema Council” stellt nun die Frage, ob der ausgeschiedene Rohkaffee auch gewaschen wird, bevor er geröstet und zum trinken gereicht wird. Wenn dies der Fall ist, steht dem Genuss nichts mehr im Wege. Wir sind froh schon mal die gewaschenen Rohkaffeebohnen in Händen gehabt zu haben, sonst müssten wir uns jeden Schluck zweimal überlegen.
Heute schreibt Annette aus Berlin einen Gastbeitrag für unser Blog. Und zwar über Honig im Kaffee. Warum? Weil sie selbst Imkerin ist, seit einem Jahr mit berlinerhonig.de ein eigenes Start-Up führt und sich mit der leckeren Zucker-Alternative also bestens auskennt.
Dass Honig eine tolle Ergänzung im Kaffee sein kann, wussten wir bis vor Kurzem auch nicht. Wir haben es probiert und waren…angenehm überrascht! Interessiert? Lesen, probieren, schmecken!
Annette_ Honig statt Zucker: Meist werde ich komisch angeschaut, wenn ich vorschlage, Kaffee einmal mit Honig zu Süßen anstatt mit Zucker. Dann ergänze ich, dass es auch über 60 Cocktail-Rezepte mit Honig gibt, und alle nicken wohlwollend. Kaffee und Honig sind die perfekte Kombination für einen schnellen Energieschub. Über die Wirkung des Koffeins muss ich keine Worte verlieren und der Honig geht sofort ins Blut. Honig besteht nicht nur aus natürlichen Frucht- und Traubenzuckern (das Verhältnis von Trauben- und Fruchtzuckern bestimmt übrigens wie flüssig ein Honig ist.) sondern enthält bis zu 200 Inhaltsstoffe, unter anderem Enzyme, Aminosäuren, Pollen, Mineralstoffe und Vitamine. Der Nektar, den die Bienen für den Honig sammeln, kann bis zu 150 Blüten enthalten. Das macht einen guten Honig geschmacklich interessant.
Aber wie muss nun der Honig sein, mit dem man am besten den Kaffee süßt:
1. Einheimisch: Ihr tut nicht nur euren Geschmacksknospen Gutes, sondern unterstützt auch die lokale Wirtschaft, wenn ihr einheimischen Honig nehmt.
2. Frisch: frischer Honig, das heißt von dieser Saison, also vor ein paar Wochen geerntet, hat das beste Aroma. wer ein intensives Geschmackserlebnis möchte, isst den Honig am besten aus der Wabe.
3. Mild und Blumig: Zum Kaffee passen sehr gut Robinien- oder Obstbaumblütenhonige. Der Frühlingshonig von BerlinerHonig ist ein gutes Beispiel dafür, denn er hat einen sehr hohen Robinienanteil (oder falsche Akazie), der den Honig vom Geschmack sehr mild, fast blumig macht. Wenn Du das Glas öffnest, duften die Blüten von Birnen, Äpfeln, Pflaumen und Kirschen. Die Leichtigkeit dieses Honigs rundet den Kaffee perfekt ab.
Und wie muss der Kaffee sein, damit er den Honig gebührend empfangen kann?
1. Es muss Dein Lieblingskaffee sein (also hier am besten keine Experimente), denn Honig ist ein Geschmacksverstärker und Du willst ja nichts verstärken, was Du nicht magst.
2. Der Kaffee darf nicht zu heiß sein, sonst macht man die Enzyme und Aminosäuren des Honigs kaputt. Im Bienenbau herrschen 35 Grad Celsius, das ist für den Honig ideal, bis 40 Grad ist alles in Ordnung, danach wird es kritisch.
Und wie viel Honig soll ich nun nehmen?
Da Honig eine viel stärkere Süßkraft als Zucker hat, empfehlen wir mit weniger als der Hälfte der Menge, die Du normalerweise an Zucker nehmen würdest, zu beginnen. Dann kannst Du Dich Schritt für Schritt bis zum perfekten Süßungsniveau hochhonigen. Und wem Dir das trotzdem nicht schmeckt (was wir uns überhaupt nicht vorstellen können), dann nimmst Du Dir einfach ein Brötchen mit Butter und Honig und dazu eine Tasse von Deinem Lieblingskaffee.
Ich wünsche Dir viel Freude beim Experimentieren und freuen uns über Feedback!
Natürlich bekommst Du direkt hier an Bord alles, was Du für diesen besonderen Genuss brauchst. Hier geht´s lang!
Noch ein paar Worte zur Autorin: Annette von berlinerhonig.de ist selbst Imkerin und trinkt ihren Kaffee am liebsten mit Milch aus der Region und Berliner Frühlingshonig. Vor einem Jahr hat Sie BerlinerHonig ins Leben gerufen, um den Honig der Berliner Bienen bekannter zu machen und einheimische Imker zu unterstützen. Dazu gehört auch Honig, einmal anders zu probieren z.B. im Kaffee, im Cocktail, mit Käse, Schinken oder im Salat.
Wer es ein bisschen genauer wissen will
Leider sind heutzutage nicht alle Honige aromatisch und komplex. Wir Deutschen sind zwar Weltmeister im Honigkonsum (durchschnittlich essen wir 1,4 kg pro Jahr) aber nicht im Glasumdrehen und wissen, wo der Honig herkommt. Geht man in den Supermarkt, findet man nur mit einer gehörigen Portion Glück ein Gläschen aus Heimischen Gefilden. Das ist kein Wunder, denn in den letzten 10 Jahren haben wir über 30% unseres Bienenbestandes verloren, was ökologisch einer Katastrophe gleicht. Die meisten Honige sind Importhonige, die einige Zeit auf dem Buckel haben können und immer gleich schmecken – was bei einem Naturprodukt wie Honig eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Um dem Trauerspiel in den Märkten Abhilfe zu schaffen, haben wir BerlinerHonig gegründet, eine Initiative von Imkern, die sich mit ihrem ganzen Herzblut für die Bienen einsetzen und allen Leckermäulchen Honig in seiner ursprünglichen Form zurückbringen will: naturbelassen, ungemischt, ungefiltert, fair gehandelt, hochwertig und für jedermann über das Internet verfügbar. Ich höre Euch schon sagen, aber in einer Stadt wie Berlin, kann das denn gut gehen? Es kann. Berlin ist nicht nur eine der grünsten Großstädte Europas (wir haben über 20% innerstädtischen Wald) die Bienen fühlen sich in der Stadt pudel wohl – die enorme Blütenvielfalt auf engstem Raum (Bienen fliegen nur im Umkreis von 3-4 km) stärkt das Immunsystem der Bienen und wirkt sich auch auf das Aroma des Honigs aus, ebenso das Nichtvorhandensein von Pestiziden, die die Bienen auf dem Land krank machen können. Wenn ihr das nächste Mal eine große Rapswiese oder ein großes Sonnenblumenfeld seht, dann denkt einfach mal daran, wie es sich anfühlt, wenn ihr 3 Wochen lang Currywurst essen müsstet. Da ist jedes Kornblümchen am Wegesrand eine gesunde Abwechslung.
Jamaica Blue Mountain, Hawaii Kona und Kopi Luwak sind die Kaffeeschätze dieser Welt! Die Kaffeesorte Kopi Luwak stammt ausschließlich aus Indonesien von den Inseln Sumatra, Java und Sulawesi. „Kopi“ ist der indonesische Begriff für Kaffee, „Luwak“ ist sowohl eine Region auf Java, als auch der Name der dort beheimateten Schleichkatze. Luwaks sind vermutlich die größten Liebhaber der Kaffeekirschen und damit die eigentlichen Produzenten des außergewöhnlich milden Kaffees. Nachts schleichen die Luwaks über die indonesischen Kaffeeplantagen und suchen sich zum Fressen nur die allerbesten und reifsten Kaffeekirschen aus.
Das Fruchtfleisch wird verdaut, die Kaffeebohne wird im Magen des Luwaks nass fermentiert (Fermentation = der biologische Prozess, bei dem Mikroorganismen Nährstoffe umsetzten) dadurch werden die Bitterstoffe des Kaffees gespalten und verleihen dem Kopi Luwak seinen einzigartigen sanften Geschmack. Im Unterschied zu trocken aufbereiteten Kaffees, zeigen nass aufbereitete Kaffees weniger Säure und nach der Röstung mehr Aldehyde im Aroma.
Die veredelten Bohnen werden danach vom Luwak auf natürliche Weise ausgeschieden und von fleißigen Bauern aufgesammelt. Dabei hilft dem Kundigen, dass die Luwaks immer wieder an der gleichen Stelle ihr „Katzenklo” aufsuchen. Ausgeschieden werden nicht die einzelnen Bohnen, sondern Klumpen mit bis zu 50 Stück. Diese Kaffeeklumpen werden getrocknet und von den Bauern in Holzmörsern zerteilt. Danach werden die Bohnen in kleinen Mengen mehrfach gewaschen und getrocknet.
Ein Kilo Kopi Luwak kostet (Stand 2010) beim Großhändler ca. 180 €, auf dem freien Markt jedoch schon bis zu 300 €. In Europa liegt der Preis zwischen 800 – 1200 € pro Kilo. Die Marktzahlen sind recht abenteuerlich. Im Jahr 2009 lag der Ertrag etwa bei 230 kg. In Deutschland wurden jedoch ca. 420 kg zum Kauf angeboten! Aber wie ist das möglich? Kopi Luwak wird zum Teil mit guten Arabicabohnen aus der direkten Umgebung des Anbaugebietes verlängert (geblendet). Wo also Kopi Luwak draufsteht ist nicht immer Kopi Luwak drin.
Wir denken, dass ein “normaler” Kaffee aus guten Bohnen, schonend geröstet und richtig zubereitet, mindestens genauso gut (wenn nicht noch besser) schmeckt. Ein solch bodenständiger Kaffeegenuss schont außerdem den Geldbeutel und die armen Schleichkatzen, die mittlerweile (wegen der weltweit großen Nachfrage) in richtigen Farmen gehalten und mit Kaffeekirschen regelrecht vollgestopft werden.
Wieviel kostet es eigentlich, die Welt zu retten? Per Mausklick ist das jetzt möglich. Der Verein Naturefund kauft weltweit Land, um den Lebensraum für Pflanzen- und Tierarten zu sichern. Bis zu 3,5 Millionen Quadratkilometer sollen für die Natur geschützt werden. Einen Mengenrabatt gibt es dabei allerdings nicht.
Der letzte große Regenwald Mittelamerikas liegt im Südosten von Honduras. Im Nationalpark Petuca forstet Naturefund auf und baut in höheren Lagen Kaffeebaumschulen an. Fruchtarten, wie Kaffee oder Kakao, werden unter holz- und schattenspendende Urwaldbäume gepflanzt. Dieses System der Agroforstwirtschaft kombiniert den naturbelassenen Wald mit Landwirtschaft. Auf diese Weise wird der Wald geschützt und gleichzeitig den Bauern ein Zusatzeinkommen gesichert. Der nachhaltige und naturnahe Anbau ist damit garantiert. In Zukunft sollen die Bäume auch Erdrutsche vermeiden und die natürlichen Wasserspeicher im Boden wieder aufbauen.
Wir finden dieses Projekt verdient Unterstützung und rufen alle Kaffeepiraten an Bord auf: Habt ihr Lust ein paar eurer Golddukaten zu investieren? Den Regenwald und die Kaffeebauern wird es sicher freuen. Schaut doch einfach mal vorbei, und zwar hier.
Alle reden vom fairen Handel. Wir tun es auch. Was steckt also hinter dem Fair Trade – Logo? Kaffee ist nach Erdöl der wichtigste Export-Rohstoff. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Kaffee als eines der ersten Produkte mit dem Fair Trade -Gütesiegel ausgezeichnet wurde. Fair Trade – Kaffee kommt ausschließlich von Kleinbauern, die ihre Kaffeepflanzen mit viel Liebe und Sorgfalt hegen und pflegen, was in riesigen Monokulturen gar nicht möglich wäre. Zusätzlich wird auch auf den Einsatz von Chemie verzichtet. Die Hochlandregionen, aus denen der Kaffee hauptsächlich kommt, bieten die Ausgangslage für eine hervorragende Qualität. Die wichtigsten Kriterien für den Fairen Handel sind vor allem der direkte Austausch mit den Produzentengruppen, die Zahlung über dem Weltmarktniveau festgelegter Mindestpreise, das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit und eine nachhaltige und umweltschonende Wirtschaftsweise. Für die einen ist und bleibt es eine reine Marketing-Strategie, für die anderen ist es die einzige Möglichkeit, die Produzenten vor der Allmacht der Großkonzerne zu schützen.
Der Schokoriegel mit dem bitteren Beigeschmack
Genau dieses ursprünglich wichtige Kriterium von Fair Trade ist heute hinfällig geworden, da mittlerweile auch viele Großkonzerne im Fair Trade – Geschäft mitmischen. Schließlich schmückt auch der Schokoriegelhersteller Nestlé seinen KitKat – Riegel mit dem Fair Trade – Logo. Wer aber glaubt, sich mit der Fair Trade Schoki etwas Gutes zu tun, der sollte sich die aktuelle Greenpeace Kampagne anschauen. Beim Anblick des folgenden Videos wird demjenigen der Riegel sicher im Hals stecken bleiben. Mit der Online-Kampagne „Give rainforests a break“ wirft Greenpeace Nestlé vor, bei der Herstellung von KitKat Palmöl aus Indonesien zu verwenden, für das Regenwälder abgeholzt werden und damit der Lebensraum von Orang Utans zerstört wird.
Doch was war passiert? Nachdem Greenpeace das Video erstmals auf YouTube hochgeladen hatte, reagierte Nestlé relativ schnell und ließ das Video wieder löschen – wegen Copyright-Verletzungen. Und jeder kann sich denken, was das auslöste: Das Video wurde in diversen Videoportalen natürlich erst recht wieder hochgeladen, wurde durch die versuchte Löschung noch einmal doppelt so interessant und verbreitete sich damit noch schneller über Facebook, Twitter und Co.
Politisch korrekter Kakao & Fair Trade Light
Nestlé verkauft also den „KitKat“- Riegel in Großbritannien als „Fair Trade“ – Produkt. Auch hierzulande planen Konzerne, dem Vorbild zu folgen. Doch hinter der Fair Trade – Offensive steckt weit mehr als nur der Wunsch, Gutes zu tun. Kein Wunder also, dass die Schokokonzerne versuchen, sich im Nachhaltigkeitsrennen gegenseitig zu übertrumpfen: Nestlé und Cadbury lassen sich von FLO, dem Verband, zu dem auch Transfair gehört, kontrollieren. Kraft Foods (Milka, Toblerone) und Mars legen ihre Riegel in die Hände von „Rainforest Alliance“, Mars außerdem von „UTZ Certified“.
Da der Name „Fair Trade“ kein geschützter Begriff ist, variieren die Standards zwischen den einzelnen Organisationen. Transfair ist dabei eine gute Marke, man kann also davon ausgehen, dass dort die Kontrollen funktionieren. Rainforest Alliance ist dagegen nicht das Label mit den striktesten Standards und steht oft als „Fair Trade Light“ in der Kritik. Die Organisation garantiert seinen Bauern weder Mindestabnahmepreise noch Mindestlöhne. Zudem gibt es das Rainforest-Siegel schon für Produkte, wenn 30 Prozent der Inhaltsstoffe von zertifizierten Betrieben stammen. Transfair fordert dagegen 100 Prozent.
Fair Trade ist zwar keine Universallösung für alle globalen Probleme, aber es ist zumindest schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, finden wir. Ob man jemals wieder ohne schlechtes Gewissen in einen KitKat-Riegel beißen kann, wagen wir zu bezweifeln.