Warum wir die AeroPress so lieben? Weil sie den reinsten Kaffee zaubert – und das in weniger als 2 Minuten. Nicht nur wir sind begeistert, sondern auch Tim Wendelboe, der berühmte Röster und Kaffeemeister aus Norwegen. Wir hatten vor einigen Wochen über ihn geschrieben. Er und seine Crew nehmen gar an AeroPress Meisterschaften teil. Und da lohnt es sich, seine Tipps für die richtige Zubereitung zu beherzigen, finden wir. Eine tolle Anleitung hat er auf Flickr eingestellt mit schönen Bildern, aber seht selbst:
Wir mögen die taz. Weil sie kritisch ist. Weil sie für Transparenz steht. Und weil sie ironisch ist, wenn´s gar nicht mehr anders geht.
Doch heute wollen wir uns nicht auslassen über kritisch-investigativen Journalismus, sondern – wie sollte es auch anders sein – über Kaffee. Denn die taz ist die einzige (uns bekannte) Zeitung, die einen eigenen Espresso hat. Den gibt es schon länger, wissen wir. Aber getestet haben wir den tazpresso noch nie und das wollen wir jetzt nachholen.
„Wir meinen, dass Kaffee trinken und Zeitung lesen wunderbar zueinander passen. Deswegen gibt es jetzt einen Kaffee zur Zeitung, den tazpresso,“ sagt die taz. Soweit so gut, da hat sie nicht ganz unrecht. Aber schmeckt er auch oder intensiviert er bloß den bitteren Nachgeschmack, den viele aktuelle Nachrichten beim Zeitungsleser hinterlassen? Zumindest seine Herkunft und sein ökologisch-soziales Engagement können sich schon mal sehen lassen. So liest man auf der taz-Homepage:
Köstlicher Espresso – kontrolliert ökologisch angebaut und fair gehandelt. Dieser Espresso ist eine eigens für die taz kreierte köstliche Mischung afrikanischer Bohnen. Er ist in enger Kooperation mit dem Fair Handelshaus gepa entstanden.
Ein fairer Espresso Wir wollen den Fairen Handel unterstützen und dazu beitragen, dass der Welthandel etwas gerechter wird. Die Bohnen für diesen fair gehandelten Espresso sind aus kontrolliert ökologischem Anbau und stammen von Kooperativen aus drei afrikanischen Ländern: Äthiopien, Tansania und Uganda. Die Mischung besteht aus hochwertigen Arabica- und Robusta-Sorten und schmeckt kräftig und herzhaft-aromatisch.
Die Handelspartner Handelspartner der gepa für die Bohnen dieses Espressos ist der Genossenschaftsverband Sidama Coffee Farmers Cooperative Union aus Äthiopien, der erstmalig an den Fairen Handel exportiert. In Uganda bezieht die gepa ebenfalls zum ersten Mal Kaffee vom Dachverband Gumutindo Coffee Cooperative Enterprise Ltd. (GCCE) im Osten Ugandas. Bei diesen noch jungen afrikanischen Organisationen kann der Faire Handel besonders zur Stabilisierung beitragen. In Tansania kommt der Kaffee von der Kagera Cooperative Union (KCU), mit der die gepa schon lange handelt.
Soweit so gut, doch nun zum Geschmack…
Zuallererst sei gesagt, dass sich der tazpresso schon beim Mahlen etwas zickig anstellt. Bis ich die Mühle auf den richtigen Mahlgrad gebracht hatte, war die Packung zu 2/3 leer. Jetzt denkt der kritische Leser vielleicht, dass dies auch an meinem eigenen Unvermögen liegen könnte. Ich will nicht gänzlich widersprechen, habe aber mittlerweile schon zahlreiche Espressi getestet und sonst nie solche Probleme mit der Einstellung der Mühle gehabt. Vielleicht lag es also an uns beiden – dem tazpresso und mir.
Wie auch immer, nach einer Weile lief er richtig durch, das Ergebnis war aber leider nicht der Knaller. Die Crema löste sich nach 10 Sekunden auf, der Geruch war muffig/erdig und der Geschmack für meinen Gaumen viel zu sauer. Einen Pluspunkt hat der tazpresso allerdings: Der Nachgeschmack ist erstaunlich angenhem und lang anhaltend, was man hier wirklich nicht erwartet hätte. Die Devise lautet also hier: Schnell runter mit dem Zeugs und anschließend auf den Nachgeschmack freuen :-)
Nein, im Ernst. Die Lektüre der taz können wir ohne weiteres empfehlen, den Genuss ihres tazpresso leider nicht.
Freunde des Siebträgers, geht bitte nicht gleich an die Decke wenn ihr das lest, aber wir kamen um die Anschaffung einer Pad-Maschine nicht herum. WEIL:
1. wir selbst zwei Sorten Pads im Sortiment führen und gerne mal das ein oder andere Tässchen unserer Espressopads land ahoy! oder unserer Kaffeepads aye-ayer, captain! trinken….UND
2. wir nun schon des Öfteren um unser Urteil zu verschiedenen Pad-Marken gebeten wurden und immer verlegen mit dem Holzbein klappern mussten, weil wir sie noch nie getestet haben
Deshalb steht nun seit dieser Woche eine Pad-Maschine in unserem Büro. Wir nennen sie den schwarzen Blitz, weil sie für unsere Begriffe in beunruhigend schneller Geschwindigkeit Kaffee brüht. Aber sie macht ihre Arbeit recht gut, also was soll´s. Natürlich haben wir sie auch gleich gepimpt (siehe Foto) – erstmal nur äußerlich:-)
Wirklich erschüttert waren wir allerdings über das beigelegte Pad-Starterset namens Senseo Vielfaltbox von Douwe Egberts, das “13 Kaffeespezialitäten für jeden Geschmack” verspricht. Nach den ersten Versuchen wurde schnell klar: Unser Geschmack war offensichtlich nicht dabei.
(Und das liegt sicher nicht nur an dem erschreckend kurzen Haltbarkeitsdatum, das die beigelegten Pads noch vor sich haben: 02/2011)
Doch zurück zum Geschmack: Zaghaft starteten wir mit den Sorten Mild, Klassisch und Kräftig aus dem Klassik-Sortiment. Unser Urteil: Die Sorte Mild schmeckt noch am besten, die Sorte Klassisch komischerweise nur nach heißem Wasser und die Sorte Kräftig schmeckt kräftig…verbrannt!
Weiter ging´s mit der Spezialitäten Selektion aus 100% Arabica. Hier kämpften wir uns durch die Sorten Brazil Mild Elegance, Colombia Strong Temperament und Natures Selection: Bio und UTZ zertifiziert. Besonders auf die Natures Selection waren wir gespannt, immerhin spricht die beigelegte Broschüre bei dieser Sorte von: “100% Genuss und ein gutes Gefühl”. Beides blieb leider aus. Unser Urteil lautet daher auch hier: Nicht zu empfehlen!
Angespornt und aufgeputscht vom Koffein (das ist ja immerhin noch drin in diesen Pads), machten wir uns auf zum Profi-Level – den Milschaumkompositionen: Hier wird dem Kaffeepad eine weitere Kammer mit Milchpulver angehängt, aus der sich beim Brühvorgang ein cremiger Milchschaum entwickeln soll. Wir merkten sofort: Das ist nichts für schwache Nerven!
Mutig spannten wir das Pad-Monstrum ein und drückten den Knopf.Großporiger, wässriger Milchschaum ergoss sich über das braune Wasser namens Kaffee. Das Ergebnis fiel sowohl bei der Sorte Cappuccino als auch bei der Sorte Café Latte gleich aus, nämlich schlecht.
Völlig runter mit den (Geschmacks-)Nerven starrten wir auf 8 Kaffeetassen, in denen Reste einer ungenießbaren braunen Brühe standen, die – jedenfalls der Bezeichnung nach – als Kaffee verkauft werden. Unser Fazit ist daher mehr ein Befehl, denn eine Empfehlung: Senseo Kaffeepads? Nicht kaufen!
Immerhin hat uns die Maschine mit ihrer Technik überzeugt: Sie brüht schnell und zuverlässig mit gleich bleibendem Ergebnis. Und sie ist wirklich einfach zu bedienen.
Es gibt zwei Einsätze: Einen für eine Tasse, einen für zwei Tassen. Ensprechend der Zeichen auf dem Pad-Einsatz, findet man die gleiche Markierung für eine bzw. zwei Tassen auf den Knöpfen an der Maschine. Dieses System versteht man also auch wenn man zitternd und fast blind vor Koffein-Entzug ganz schnell einen Kaffee braucht. Danke dafür, liebe Pad-Maschine.
Dazu ist sie äußerst sauber, da kein Kaffeepulver mit dem Innenleben der Maschine in Berührung kommt, die Maschine von innen also nicht schimmeln kann (wie ein Vollautomat). Das einzige Problem ist eine eventuelle Verkalkung, der aber vorgebeugt werden kann, indem man nur gefiltertes Wasser verwendet. (Wasserfilter bekommst Du hier.)
Natürlich ist auch die bessere Umweltverträglichkeit (wenn man die Pads nicht einzeln abgepackt kauft) und der günstigere Preis von Kaffeepads im Vergleich zu Kaffee-Kapseln nicht zu verachten.
Der Geschmack eines Espressos aus dem Pad ist natürlich kein Vergleich mit der Qualität eines ebensolchen aus der Siebträgermaschine, das ist klar. Allerdings muss man sich eine Siebträgermaschine erst mal leisten können….
Ach so, ein kleiner Tipp noch von mir als Wenig-Kaffee-Viel-Espresso-Trinkerin: Ich lege zwei Pads in den 2er-Einsatz, drücke dann aber auf den Knopf für nur eine Tasse. So wird das Ergebnis etwas stäker und erinnert ein kleines bißchen mehr an einen starken Espresso, wie ich ihn sonst gerne trinke.
Zum Abschluss noch der Preisvergleich: Eine Pad-Maschine bekommst Du ab 59,99 € und zwar hier. Eine Einsteiger-Siebträgermaschine bekommst Du ab 273, 90 € und zwar hier.
So, und wir trinken jetzt weiter Kaffee aus der Pad-Maschine und sparen auf eine GS/3 von La Marzocco :-)
Letzten Samstag war ich bei Ikea. Nach stundenlangem Kampf durch Markthalle, Fundgrube und die Kassenzone, erreichte ich die “Lebensmittelabteilung” und staunte nicht schlecht, als ich den “Kaffe Hela Bönor Mörkrost” in ganzer Bohne entdeckte. Ikea macht jetzt also auch Kaffee. Hoffentlich schmeckt er besser als sich der Name anhört, dachte ich und griff zu. Was darf man bei einer 250-Gramm-Packung für schlappe 2,60€ erwarten? Industrie-Röstung auf jeden Fall, würde ich mal sagen. Oder vielleicht doch nicht? Ich machte mir so meine Gedanken, stellte die Packung zu Hause erst mal auf´s Fensterbrett und beäugte sie argwöhnisch während ich mein neues Billy-Regal zusammenschraubte.
Heute habe ich ihn dann doch endlich verkostet, den Bohnen-Mix unserer schwedischen Möbel-Freunde. Dazu gab´s leckere Pepparkakor von der Anna (Pepparkakor=Pfefferkuchen // Anna= mir unbekannte, aber scheinbar begabte Pfefferkuchen-Bäckerin) und eine Tüte Pepparkakskola von Axel Holmgren (das sind Karamellbonbons mit Pfefferkuchengeschmack).
Vorweg, die Kekse und Bonbons sind köstlich und ich kann für alle beide eine uneingeschränkte Kaufempfehlung abgeben.
Doch nun zum Kaffee. Auf der Packung liest man, dass er aus 91% Arabica und 9% Robusta besteht und dunkel geröstet ist. Außerdem ist er UTZ zertifiziert. Eine Information über die Herkunft der Bohnen sucht man vergeblich.
Da der Kaffee dunkel geröstet ist, probierte ich ihn zuerst aus der Siebträgermaschine, was ein Fehler war! SEHR sauer, meine Geschmacksnerven zogen sich zusammen von hier bis Malmö und wieder zurück. Also 2. Versuch in der French Press.
Wenn ich Kaffee in der French zubereite, gieße ich zuerst nur wenig Wasser auf das Mehl und rühre anschließend mit einem Löffel um, bis sich goldgelber Schaum bildet. So lösen sich die Öle und Aromen. Beim Ikea-Kaffee rührte und rührte ich, aber kein Schaum wollte entstehen. Der erste Eindruck war also schon mal nicht gut.
Nach 4 Minuten Ziehzeit drückte ich den Stempel und goss ein. Und der Kaffee geizte weiter mit seinen Reizen und wollte keinen leckeren Duft verströmen. Zweiter Eindruck: Immer noch nicht gut.
Nach dem ersten Schluck war klar: Die bisherige “Charme-Offensive” zieht er knallhart bis zum Ende durch, der Kaffee. Denn auch beim Geschmack konnte er überhaupt nicht überzeugen. Schal und schlapp, ohne besondere Aromen.
Lieber Ikea, mach Dir lieber mal Gedanken über die ökologisch korrekte Beschaffung Deiner Rohstoffe, anstatt Dich am Kaffee zu versuchen. Das können andere bessser. Oder was meint ihr?
Im Sommer hatten wir zur großen Blog-, Twitter- und Facebook-Parade aufgerufen. Ihr erinnert Euch? Wir wollten von Euch wissen welches Euer Lieblingscafé ist. Jeder, der ab und an gerne eine Tasse Kaffee trinkt, konnte mitmachen. Wir haben wochenlang Tipps und Hinweise gesammelt, sind selbst herumgefahren und haben getesten.
Cafés in deutschen Großstädten, aber auch ganz kleinen Örtchen. Ein Guide für alle, die viel unterwegs sind oder in ihrer Heimat noch nicht ihr Lieblingscafé gefunden haben. Und das ist erst der Anfang: Der Guide ist natürlich noch lange nicht vollständig! Wir freuen uns, wenn wir noch viele weiter Tipps von Euch bekommen. Welches ist zum Beispiel das beste Café Stuttgarts? Wir haben es noch nicht herausgefunden, denn in Stuttgart sind wir selbst nur selten…. Wir haben alle Cafés und Röstereien angeschrieben und uns bemüht, unsere Angaben so sorgfältig wie möglich zu recherchieren und aufzuzeigen. Nicht jedes Café könnte an einer Baristameisterschaft teilnehmen, manche zaubern jedoch die tollsten Zeichnungen in den Cappuccino, in manchen Cafés sollte man unbedingt den Kuchen probieren…Falls Ihr dennoch etwas ergänzen oder korrigieren wollt, dann gebt uns bescheid an: diepiraten ätt bpcc punkt de.
Jetzt wünschen wir Euch aber erstmal viel Spaß beim Stöbern….und natürlich Kaffeetrinken!
Das ist gar nicht so schwierig – man braucht nur ein bisschen Fingerspitzengefühl und Geduld. Und bekommt im Ergebnis einen milden Kaffee, der völlig frei von Aromahemmenden Stoffen wie Filterpapier oder ähnlichem ist. Wir haben ein kurzes Video aufgenommen, das Dir die wichtigsten Schritte erklärt – wieder einmal mit musikalischem support von Keine Musik.
Hier bekommst Du die Anleitung als Download. Bestellen kannst Du die Karlsbader Kanne natürlich auch, und zwar hier.
Freunde der Bohne, es ist mal wieder soweit: Wir haben einen neuen Kleinröster zu uns an Bord geholt. Mit unserem obligatorischen Kaffeepiraten-Interview wollen wir Euch dieses Mal Manfred und seine Rösterei Werksbrandt vorstellen. Und weil Manfred so ausführlich wie noch kein Röster vor ihm auf unsere Fragen geantwortet hat, spare ich mir eine große Einleitung und gebe das Wort direkt an den Mann der Stunde!
bpcc_Manfred, seit wann betreibst Du Deine eigene Rösterei namens Werksbrandt? manfred_Seit dem Frühjahr 2008
bpcc_Und was hast Du davor gemacht? manfred_Ich hatte 15 Jahre einen Versandhandel mit Kaffee/Espressomaschinen, Zubehör und italienischen Lebensmitteln. Den Versandhandel habe ich dann mit einem Ladengeschäft und Reparaturwerkstätte in Rosenheim erweitert bzw. komplettiert. Den Kaffee importierte ich aus Italien, zeitweise hatte ich mehr als 70 verschiedene Sorten im Programm. Weil das Geschäft aus allen Nähten platzte und ich schon die Vision einer eigenen Kaffeerösterei hatte, bin ich dann im November 2007 in eine Werkshalle ausserhalb von Rosenheim umgezogen. Mittlerweile habe ich den Service und Verkauf von Espressomaschinen in meinen Räumlichkeiten abgegeben. Der Zeitaufwand für den Service meiner ca. 9000 verkauften Kaffeemaschinen wurde einfach zu groß und Rösten macht mir einfach mehr Spaß als an defekten Maschinen zu schrauben. Ganz bin ich aber davon nicht weggekommen, hin- und wieder muß ich mich doch noch um die „Hardware“ kümmern. Viel früher war ich in der IT-Branche und musste superteure Hochleistungscomputer betreuen mit vergänglicher Technik und ständigen Aktualisierungen. Dagegen ist Kaffeerösten eher bodenständig und ich habe gemerkt, ich bin eher der Handwerker und Hersteller.
bpcc_Wie kamst Du zu der Entscheidung, selbst Röster zu werden? manfred_Weil ich den Import von Kaffee aus Italien nicht mehr mochte. Es gibt einige ausgesprochen gute, auch große Kaffeeröstereien in Italien, mit denen man gerne zusammenarbeitet, wo die Qualität stimmt und alles andere herum auch. Oft war die Zusammenarbeit aber sehr enttäuschend, man wußte nicht was in der Mischung drin war, ob der Kaffee abgelagert war, umetikettiert usw. Man wird gerne als „Deutscher“ behandelt, ganz nach dem Motto: „die trinken alles“. Bei meinem eigenen Kaffee weiss ich, was drin ist und das kann ich dann auch mit gutem Gewissen meinen Kunden anbieten. Ausserdem ist es ein Herstellungsprozess. Ich mache alles gerne selber, ich koche auch mit Leidenschaft.
bpcc_Wie sieht Dein Tagesablauf als Röster aus? Aufstehen, Kaffee trinken, und dann ab an den Röster? manfred_Genau so ist es.
Jamaica Blue Mountain, Hawaii Kona und Kopi Luwak sind die Kaffeeschätze dieser Welt! Die Kaffeesorte Kopi Luwak stammt ausschließlich aus Indonesien von den Inseln Sumatra, Java und Sulawesi. „Kopi“ ist der indonesische Begriff für Kaffee, „Luwak“ ist sowohl eine Region auf Java, als auch der Name der dort beheimateten Schleichkatze. Luwaks sind vermutlich die größten Liebhaber der Kaffeekirschen und damit die eigentlichen Produzenten des außergewöhnlich milden Kaffees. Nachts schleichen die Luwaks über die indonesischen Kaffeeplantagen und suchen sich zum Fressen nur die allerbesten und reifsten Kaffeekirschen aus.
Das Fruchtfleisch wird verdaut, die Kaffeebohne wird im Magen des Luwaks nass fermentiert (Fermentation = der biologische Prozess, bei dem Mikroorganismen Nährstoffe umsetzten) dadurch werden die Bitterstoffe des Kaffees gespalten und verleihen dem Kopi Luwak seinen einzigartigen sanften Geschmack. Im Unterschied zu trocken aufbereiteten Kaffees, zeigen nass aufbereitete Kaffees weniger Säure und nach der Röstung mehr Aldehyde im Aroma.
Die veredelten Bohnen werden danach vom Luwak auf natürliche Weise ausgeschieden und von fleißigen Bauern aufgesammelt. Dabei hilft dem Kundigen, dass die Luwaks immer wieder an der gleichen Stelle ihr „Katzenklo” aufsuchen. Ausgeschieden werden nicht die einzelnen Bohnen, sondern Klumpen mit bis zu 50 Stück. Diese Kaffeeklumpen werden getrocknet und von den Bauern in Holzmörsern zerteilt. Danach werden die Bohnen in kleinen Mengen mehrfach gewaschen und getrocknet.
Ein Kilo Kopi Luwak kostet (Stand 2010) beim Großhändler ca. 180 €, auf dem freien Markt jedoch schon bis zu 300 €. In Europa liegt der Preis zwischen 800 – 1200 € pro Kilo. Die Marktzahlen sind recht abenteuerlich. Im Jahr 2009 lag der Ertrag etwa bei 230 kg. In Deutschland wurden jedoch ca. 420 kg zum Kauf angeboten! Aber wie ist das möglich? Kopi Luwak wird zum Teil mit guten Arabicabohnen aus der direkten Umgebung des Anbaugebietes verlängert (geblendet). Wo also Kopi Luwak draufsteht ist nicht immer Kopi Luwak drin.
Wir denken, dass ein “normaler” Kaffee aus guten Bohnen, schonend geröstet und richtig zubereitet, mindestens genauso gut (wenn nicht noch besser) schmeckt. Ein solch bodenständiger Kaffeegenuss schont außerdem den Geldbeutel und die armen Schleichkatzen, die mittlerweile (wegen der weltweit großen Nachfrage) in richtigen Farmen gehalten und mit Kaffeekirschen regelrecht vollgestopft werden.
Mutig und mit geblähten Segeln schippert das Schiff der Black Pirate Coffee Crew über den Ozean. Das Ziel der Kaffeepiraten: Das größte Kaffeelager Deutschlands. Die Meuterei des Jahres wäre es geworden – die ersehnte Beute: 10 Säcke des berühmtesten Kaffees der Welt, des Jamaica Blue Mountain. Doch plötzlich reißt ein jäher Windstoß Johnny Hinkebein den Kompass aus der Hand. Er fällt über Bord und ist verloren.
Nach kurzer Zeit ist Land in Sicht! Das Schiff der Black Pirate Coffee Crew wankt nun vor der Küste Deutschlands. Bereit zum Anker lichten!
Völlig erschöpft machen sich die Piraten auf die Suche nach einem schattigen Plätzchen, wo sie sich von den Strapazen der langen Reise ausruhen und bei einer leckeren Tasse Kaffee entspannen können.
Aber wo bekommen sie den besten Kaffee?
Helfe den Kaffeepiraten ihren Kurs wieder aufzunehmen und finde die besten Cafés Deutschlands!
So bist Du dabei:
Blogge bis spätestens 17. August über das beste Café deiner Stadt (Name, Adresse, Foto und vor allem: Warum magst Du das Cafe so gerne?). Und natürlich solltest Du auf dieses Post hier verlinken und ein kurzes Kommentar hinterlassen, denn sonst bekommen wir von Deinem Beitrag ja nichts mit :-) Falls du kein eigenes Blog hast, dann twittere deinen Vorschlag an @piratenkaffee mit dem Hashtag #lieblingscafé.
** Das Beste: Die schönsten Cafés werden außerdem in den Café-Reiseführer der Kaffeepiraten aufgenommen. **
Dein Gewinn: Ein Eiskaffeeset mit unserem leckeren Sommerkaffee, handgemachten Cookies von Byron Bay, unserem le chou Biozucker und einem Mocca-Grappa von rabenschwarz.
Und damit Ihr wisst wie es geht, erzähle ich Euch direkt von meinem Lieblingscafé in Passau:
Das ist nämlich das mymuesli-Café, besser gesagt der kleine mymuesli-Laden. Er liegt, ganz praktisch, direkt unter unserem Büro und hier gibt es den besten Kaffee der Stadt. Das liegt unter anderem daran, dass hier unser Espresso stand up, mate! ausgeschenkt :-) und der Cappuccino mit Biomilch zubereitet wird. Das schmeckt man sofort, finde ich! Und natürlich ist auch die Maschine ganz fein, eine La Cimbali M39. Der Laden ist zwar klein, dafür umso gemütlicher und bei gutem Wetter lässt es sich schön draußen auf einer Bank sitzen und bei einem Espresso die Passanten beobachten.
Falls es den einen oder anderen von Euch also einmal ins ferne Passau verschlägt, dann ist ein Besuch im mymuesli-Laden ein Muss!
Auf unserer unermüdlichen Suche nach dem schwarzen Gold sind wir dieses Mal im kleinen Städtchen Schwelm bei der Kaffeerösterei Rabenschwarz vor Anker gegangen. Da wir unseren Kaffee/Espresso am liebsten schwarz trinken, ließ der Name der Rösterei schon Gutes erhoffen und Leckeres erahnen…
Ob Euch die Schätze aus dem Probat-Röster von Inhaber Thomas Friedrichs genau so gut schmecken wie uns, das könnt ihr nun selbst testen – wir haben eine Auswahl besonderer Kaffees für Euch ausgesucht und mit an Bord genommen.
Doch zuerst wollen wir die Rösterei und deren Meister im obligatorischen Kaffeepiraten-Interview genauer unter die Lupe nehmen.
bpcc_Wie bist Du auf den Namen “Rabenschwarz” gekommen? rabenschwarz_Wie das so ist: Wenn man verzweifelt nach einem Namen sucht, grübelt und sich unter Druck setzt, fällt einem nichts Gescheites ein. Es gab schon einige Ideen, aber keine hat den Sprung in die engere Auswahl geschafft. Eines Morgens bin ich dann aufgewacht und schon vor dem ersten Kaffee schoss mir „rabenschwarz“ durch den Kopf. Und ließ mich nicht mehr los. Als die Grafikerin dann die ersten Raben aufs Papier kritzelte, war die Entscheidung schnell gefallen.
bpcc_Nach welchen Kriterien suchst Du die Rohkaffees aus: Bio, Fairtrade, Raritäten….? rabenschwarz_Das Hauptkriterium ist auf jeden Fall der Geschmack. Da man als Röster zwangsläufig neugierig und immer auf der Suche nach neuen Erfahrungen ist, kommen natürlich auch immer wieder Raritäten in die Auswahl. Tipps gibt es von lieben Kunden, Röster-Kollegen oder bei der Recherche im Internet in Hülle und Fülle. Wichtig ist mir ein solides Grundsortiment, das immer wieder ergänzt wird – manchmal gibt es Sorten nur für kurze Zeit oder in kleinen Mengen. Bio und Fairtrade halte ich für ein ganz schwieriges Thema. Unbestritten ist, dass es Kunden gibt, die darauf achten oder Wert darauf legen. Schaut man sich die Zertifizierung einmal genauer an und beschäftigt sich ein wenig mit dem Thema, kommen einem Zweifel. Sicher werde ich mich auch in Zukunft weiter damit auseinander setzen, wenn die Verfahren transparenter werden.
bpcc_Was sind die besonderen Schwierigkeiten beim Rösten / Was muss man – außer dem theoretischen Wissen über Röster, Röstung etc. wissen, um einen richtig guten Kaffee zu rösten? rabenschwarz_Ich röste meine Bohnen auf einem etwa 50 Jahre alten Probat-Kaffeeröster. Es ist noch einer von der ganz traditionellen Sorte, der mit Gas betrieben wird. Da muss man selbst den Luftdruck mit einbeziehen. Elektronische Kontrollinstrumente oder Computer-Unterstützung gibt es nicht. Mein Probat hat keine Tasten und Displays, sondern nur mechanische Schieberegler für die Gas- und Luftzufuhr. Diese Art des Kaffeeröstens erfordert ein ganz besonders feines Gespür für den Rohkaffee, seine Qualität und Eigenheiten. Die Möglichkeit, so genannte “Röstprofile” zu verwenden, wie moderne Kaffeeröster sie bieten, steht mir nicht zur Verfügung. Bevor ein falscher Eindruck entsteht: Ich liebe meinen Probat gerade dafür. Er gibt mir das Gefühl von Bodenständigkeit, welches für mich unverrückbar zur Kunst des Kaffeeröstens dazugehört. Nur wenn man dieses Gefühl für “seine” Kaffeesorten entwickelt hat, kann man das beste Aroma in gefühlvoller Langzeitröstung aus ihnen herausholen. Trotz all der mechanischen und gefühlsbestimmten Faktoren ist die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse natürlich wichtig. Dafür führe ich Protokolle mit den wichtigsten Infos und Rahmenbedingungen. Nicht selten stehe ich vor dem Röster und lausche den Geräuschen der Bohnen, während ich mit links die Temperatur überprüfe und mit rechts Notizen mache.
bpcc_Wie bereitest Du Deinen Kaffee am liebsten zu und warum (also: French Press, Karlsbader o.ä.)? rabenschwarz_Zu Hause bereite ich meinen Kaffee mit dem Handfilter zu. Das mache ich schon immer so, und so wird es auch bleiben. Im Laden kommen Siebträger und French Press zum Einsatz. Unabhängig von der Zubereitungsart finde ich den Geschmack am besten, wenn man alles „richtig“ macht: die richtige Kaffeesorte, die richtige Wassertemperatur, frisch mahlen und der richtige Mahlgrad – da tritt die Zubereitungsart in den Hintergrund.
bpcc_Wie ist Deine Meinung zur Dominanz der Großröster, der Qualität von Industriekaffees und die unrealistischen Kaffeepreise im Supermarkt? rabenschwarz_Jeder, der sich mit Rohkaffeepreisen und Kaffeesteuer beschäftigt, wird feststellen, dass etwas nicht stimmen kann. Für 1 Kilo Röstkaffee, für den etwa 1.200 Gramm Rohkaffee benötigt werden, sind allein 2,19 Euro Kaffeesteuer fällig. Ob es sich bei den teilweise ausgerufenen Preisen im Supermarkt um Lockangebote handelt oder welche Strategie sonst dahinter steckt, möchte ich nicht mutmaßen. Auch qualitativ sind Bedenken durchaus angebracht. Bezeichnend ist das Ergebnis des Kaffee-Tests im Magazin „Öko-Test“ im April 2010. Dort wurden Kaffees von Kleinröstern mit den Produkten der Industrieröster verglichen, die im Supermarkt zu finden sind. Während die meisten Kleinröstereien in der Bewertung mit dem Gesamturteil „sehr gut“ ausgezeichnet werden konnten, mussten sich große Marken wie Melitta, Idee Kaffee und Onko mit dem Prädikat „befriedigend“ begnügen. Auch einer meiner Kaffees wurde getestet und bekam die Note „sehr gut“ – darauf bin ich schon stolz.
bpcc_Zum Abschluss noch ein paar Stichwort-Fragen: Kaffee oder Espresso? rabenschwarz_Da kann ich mich nicht festlegen: Beide haben ihren Platz und ihre Zeit in meinem Kaffee-Alltag.
bpcc_Arabica oder Robusta? rabenschwarz_Auf jeden Fall Arabica.
bpcc_Stammmarke oder Probierer? rabenschwarz_Natürlich habe ich den einen oder anderen Stammkaffee, aber als Röster ist man natürlich Probierer und immer auf der Suche nach einem neuen Kick.
bpcc_Zum Wachwerden oder zum Entspannen? rabenschwarz_Geht beides, aber zum Wachwerden ist der Kaffee unbedingt erforderlich. Für die Entspannung gibt es Alternativen.
bpcc_Aus Gewohnheit oder als besonderer Genuss? rabenschwarz_Beides – kommt auch auf den Kaffee an.
bpcc_Zu lauter Musik oder zu einem guten Buch? rabenschwarz_Weder noch. Berieselung aus dem Radio ist schon OK.
bpcc_Stark oder mild? rabenschwarz_Am liebsten ausgewogen.
Wir danken Thomas für den beeindruckenden Probat-Ritt (siehe Bild ganz oben) und natürlich für die ausführlichen Informationen. Doch jetzt ab an Bord Ihr Landratten und probiert die besonderen Kaffees von Rabenschwarz! Hier lang, bitte!