Blogumzug: Artikel ab sofort im Green Cup Movement

November 29th, 2011 § 2

Liebe Kaffee-Freunde,

wie in unserem letzten Blogpost beschrieben, stecken wir gerade viel Zeit und Energie in unser neues Kaffeeprojekt Green Cup Coffee. Dazu haben wir schon vor einigen Wochen ein neues Blog gestartet, in dem ihr ab sofort unsere Artikel über die Kaffeeszene und uns finden könnt:

Green Cup Movement nennen wir unser neues Blog, in dem wir uns für besseren Kaffee – vom Anbau bis in die Tasse – einsetzen. Schaut unbedingt mal vorbei und werdet kaffeeglücklich! Wir freuen uns auf Euch!
Green Cup Movement

Unser neues Kaffee-Projekt: Green Cup Coffee

November 14th, 2011 § 0

Liebe Kaffeepiraten,
wir haben uns hier schon lange nicht mehr gemeldet… Der Grund ist unser neues Kaffeeprojekt Green Cup Coffee, in das wir viel Zeit gesteckt haben. Mit dem Ergebnis sind wir ganz zufrieden :) und wollen es Euch natürlich nicht vorenthalten. Green Cup Coffee steht für Faire Löhne, Transparenz und qualitativen Kaffee.

Green Cup Coffee

Dabei handelt es sich um „Single Finca Kaffees“, das heißt Kaffees, deren Herkunft man bis zur Anbaufinca zurück verfolgen kann. Alle Kaffees werden bei niedrigen Temperaturen, im traditionellen Trommelröst-Verfahren, geröstet. Wir würden uns natürlich riesig freuen, wenn Ihr mal vorbeischaut! Hier geht’s direkt zur Seite.

Kaffeetest: Panama Kaffee

September 2nd, 2011 § 2

Ricus ist Kaffeeröster und Fotograf – und hat nicht nur ein Auge für die schönen Dinge, sondern auch den entsprechenden Gaumen. Ein Schöngeist ist er, und so geht er mit Akribie und Ehrgeiz an seine Projekte heran. Uns interessiert natürlich vor allem seine Röstkunst und was dabei herauskommt. Ricus’ Rösterei Panama Kaffee bezieht und verarbeitet zwar – und das sollte vorab nicht unerwähnt bleiben – viele Rohkaffees aus dem berühmten Anbauland Panama selbst. Aber natürlich röstet Ricus auch Spezialitäten aus Ländern wie Indonesien. Ein kleines, feines Sortiment kannst Du nun für vier Wochen bei uns an Bord testen, noch bis zum 25. September. Hier kommt vorab unser Geschmackstest!

Espresso Java Jampit

Espresso Java Jampit
Wir bereiten den Espresso von der Insel Java in Indonesien im Siebträger zu – die Arabicas kommen übrigens von der Plantage Jampit Estate. Ricus hat sie bis kurz vor dem 2. Crack geröstet.

Wir sehen: Die dunkel schimmernden Bohnen erzeugen eine tolle, dichte Crema mit weicher Tigerfell-Oberfläche.
Wie riechen: Der Java Jampit riecht intensiv, rauchig mit einer deutlichen Schokonote.
Wir schmecken: Arabicas aus Indonesien schmecken charakteristisch vollmundig, sie tragen eine natürliche Süße. Ebenso repräsentiert der Java Jampit seine Herkunft. Er ist rassig voll, dabei nicht zu würzig und angenehm im Geschmack. Eine feine natürliche Süße trägt er mit Noten von Schokolade.

Kaffee Panama Boquete

Kaffee Panama Boquete
Aus dem Hochland Panamas, der berühmten Kaffeeregion Boquete kommen diese Arabicas, angebaut von der Familie Ruiz. Ricus hat sie bis zum 3. Viertel des 2. Cracks geröstet. Wir gießen ihn im Filter klassisch auf.

Wir sehen: Für einen Kaffee sind die Bohnen sehr dunkel geröstet. Wir sind gespannt, wie sich das auf den Geschmack niederschlägt.
Wir riechen: Intensiv rauchig mit einer Note von Nuss.
Wir schmecken: Einen vollmundigen, weichen Kaffee mit rauchiger Grundnote. Fein süß liegt er ihm Mund und schwingt leicht nach. Der Nachgeschmack dauert nicht lange an, der Kaffee ist sehr bekömmlich und säurearm. Das Kaffeepiraten-Team ist einstimmig begeistert!

Espresso Panama Spezial

Espresso Panama Spezial
Die Hausmischung von Panama Kaffee hat es in sich. Klassisch italienisch geröstet wurden diese Bohnen aus Indonesien (Semi Washed Mandheling Gr. 1), Brasilien (Sul de Minas NY”, Screen 17/18), Guatemala (SHB washed EP amate) und Indien (Washed Arabica, Plantation AA, Little Flower, Babadudangiri) … und zwar bis zur 1. Hälfte im 2. Crack. Wir bereiten den Espresso im Siebträger zu und probieren ihn als schwarzen Shot und mit Milchschaum als Cappuccino.

Wir sehen: Genau wie der Espresso Java Jampit ist auch beim Panama Spezial die Cremabildung großartig. Der Espresso fließt geschmeidig in die Tasse. Super zum Üben für Latte Art :)
Wir riechen: Die dunklen Bohnen duften deutlich nach Karamell und Schokolade. Sehr angenehm!
Wir schmecken: Einen käftigen Espresso mit deutlicher Nuss-Note und dem Geschmack von dunkler Schokolade. Sehr vollmundig ist er und eignet sich super in Kombination mit Milch – gemischt entwickelt sich eine feine natürliche Süße.

Lust, die Kaffees zu probieren?

Es gibt sie in ganzer Bohne im 250g Beutel ab 6,30€. Und zwar hier.

Panama Kaffee: Kann ein Fotograf Kaffee rösten? Du erfährst es hier…

September 1st, 2011 § 1

Ricus Aschemann von Panama Kaffee

Ricus war (oder ist es vielleicht noch) ein Lebenskünstler. Eine “anständige” Ausbildung, wie sie die Eltern forderten, verweigerte er. Stattdessen ging er nach Berlin und Paris, um seiner Leidenschaft nachzugehen: Er fotografierte. Um Geld zu verdienen, arbeitete er in Cafés und zapfte einen Espresso nach dem anderen. Wie er zu seiner eigenen Rösterei kam und was Kaffee und Fotografie für ihn bedeuten?
Das soll er Dir am besten selbst erzählen…

bpcc_Seit wann betreibst Du Deine eigene Rösterei und wie bist Du überhaupt zum Kaffee gekommen
ricus_
Ich röste seit 1999 und seit 2002 gibt es das Panama Kaffee bzw. die Rösterei. Ich habe Mitte / Ende der 90er in Berlin gelebt und fotografiert. Nebenbei habe ich in einem Café gearbeitet, an einer 4gruppigen irgendwas. (Volle pulle Cappuccino , Latte Macchiato, Espresso etc….) Es gab eine kleine Rösterei in der Nähe. Das „Coffeemamas“ am Hackeschen Markt in Mitte. Dort stand in dem winzigen Laden ein 5kg Probat Röster und man konnte Bohnen kaufen, aus dem Fenster gucken und Espresso trinken. Das mit der Fotografie lief ( monetär ) nicht so gut, eine existenzielle Entscheidung musste her. Ich bin zurück nach Hannover ( meinem Geburtsort ) und habe da Hannovers erste Kaffeebar mit Rösterei eröffnet.

Panama Kaffee Hannover

bpcc_Was hast Du vor Deiner Kaffee-Karriere gemacht?
ricus_
Seit meinem 20. Lebensjahr fotografiere ich . Gleichzeitig habe ich immer hinter der Bar gearbeitet, fast 30 Jahre, davon meistens an der Kaffeemaschine. Bevor ich zurück nach Hannover ging, war ich einige Zeit in Paris (3 Jahre) zum fotografieren und eben auch in Berlin. Ich hatte dann einige Brotjobs im Bereich Architektur und Industriefotografie. Zum Leben hat es nie gereicht, deshalb habe ich dann angefangen Kaffee zu rösten.

Panama Kaffeerösterei Hannover

bpcc_Jeder Röster hat so seine eigene Philosophie bezüglich der Rohkaffee-Auswahl oder der Zusammenstellung und Röstung der Bohnen. Hast Du auch eine und wenn ja, welche?
ricus_
Ich habe in allem was ich tue einen sehr hohen Qualitätsanspruch. Ich versuche das bestmögliche Ergebnis aus der Bohne beim rösten herauszuholen. Transparenz und Ehrlichkeit sind mir auch wichtig. Meine Kunden sind das Wichtigste überhaupt für mich. Ich richte mich stark nach Trends und den Wünschen meiner Kunden. Bei der Auswahl der Kaffees versuche ich das zu berücksichtigen. » Read the rest of this entry «

Unsere Bewegung für mehr Kaffeeliebe: Join & Move!

August 19th, 2011 § 0

Wer gerne Kaffee trinkt, der hat die Qual der Wahl: Unzählige Kaffeemarken in den Regalen, dazu mindestens ebenso viele Zubereitungsarten – von Kapseln bis hin zum Papierfilter. Und wir Kaffeepiraten haben festgestellt: das meiste davon ist leider ungenießbar. Darum setzen wir mit der Black Pirate Coffee Crew bei kleinen, traditionellen Röstereien an, die ihre Rohkaffees sorgfältig auswählen, handeln und verarbeiten. Kürzlich haben wir zudem ein Blogprojekt gestartet – besser gesagt eine Bewegung für mehr Kaffeeliebe: Das Green Cup Movement.

Green Cup Movement

Auch wenn wir mit unserer neuen Bewegung auf klassische  Klischees des politischen Widerstands verzichten :) – im Ergebnis geht es geht es hier um eine Änderung der bisherigen Praxis – eine Systemrevolution. Ja richtig, wir meinen es ernst!

Und seien wir doch mal ehrlich: Die Deutschen lieben Kaffee, trinken jährlich über 140 Liter pro Kopf, aber leider fast ausschließlich schlechten. Das fängt bei der Qualität der Bohnen aus dem Supermarktregal an, setzt sich in den nachlässig gereinigten Kaffee-Vollautomaten der Gastronomien fort und endet in der Küche des Kaffeetrinkers selbst: Dort seht er dann, nicht wissend wie er seinen Kaffee richtig zubereiten soll.

Mit dem Green Cup Movement wollen wir der wachsenden Zahl an richtig guten Röstereien, Liebhabern, Qualitätsenklaven und waschechten Kaffeeexperten in Deutschland eine Plattform bieten:

  • Wir verlinken Röstereien und Cafès in unserer Kaffee-Map, so dass Du unterwegs nie wieder schlechten Kaffe trinken musst!
  • Kaffee-Events wie Barista-Jams oder Kaffeemessen in ganz Deutschland kündigen wir in unserem Kaffee-Kalender an.
  • Und natürlich berichten wir ausführlich über die Kaffee-Szene und informieren über Kaffee: von den Basics bis zu Geek-Themen.

Hast Du Lust auf guten Kaffee?

Dann werde Teil des Green Cup Movements: let’s move!

Kaffeetest: Die Röstungen der Murnauer Kaffeerösterei

Juli 28th, 2011 § 0

Kaffeetest Murnauer Rösterei
Thomas Eckel von der Murnauer Kaffeerösterei ist seit Montag und noch den ganzen August über mit seinen drei Lieblingsröstungen, einem Biokaffee nämlich und zwei Espressi bei uns an Bord. Nimmt man es genau, dürfte man die Röstungen allerdings nicht als “Kaffee” oder “Espresso” kategorisieren. Denn, und das ist das Besondere an Thomas’ Röstkunst: Alle Bohnen, die aus seinem Röster kommen, kann man sowohl als Espresso, als auch als Kaffee zubereiten. Entsprechend dem allgemeinen Trend in der Kleinrösterszene röstet Thomas seine Kaffees recht hell. Das schont die Bohnen und erhält ihre volle Aromenvielfalt.

Wir haben uns bei unserem Kaffeetest für zwei Geräte entschieden, mit denen wir die Röstungen zubereiten: Den Siebträger und die AeroPress. Wir legen los und schütten die ersten Bohnen in unsere geliebte Skerton Handmühle:

Bio-Kaffee Bolivien

Biokaffee Bolivien
Ganz feine Rohkaffee-Bohnen hat Thomas hier aufgetan und wenn er von diesem Kaffee spricht, dann kommt er ins schwelgen. Unglaublich harmonisch und in seinen Aromen ausgeglichen sei dieser Kaffee, meint er. Auf das Ergebnis sind wir nach dieser Aussage natürlich doppelt gespannt. Wir bereiten den Kaffee mit 18 Gramm Kaffeemehl, wie Filterkaffee gemahlen. Die AeroPress füllen wir komplett auf und lassen den Kaffee 45 Sekunden lang ziehen bevor wir den Kolben langsam herunterpressen.

Wir schmecken: Tatsächlich liegt dieser Kaffee weich und voll im Mund und entfaltet behutsam seine Aromen. Wir schmecken feine Nuancen von Mandel, Haselnuss und Schokolade. Dazu ein fruchtiger Anklang – ein extrem harmonischer Kaffee, Tatsache!

Wir empfehlen: Diesen Kaffee sollte man behutsam zubereiten, mit dem Handfilter oder in der French oder AeroPress. Unbedingt schwarz trinken und nicht durch Milch oder Zucker stören!

Hier findest Du den Kaffee im Shop.

Espresso Äthiopien Kaffa

Espresso el Castillo
Dieser Espresso ist wild gewachsen, darum ein “Ökokaffee”. Er besteht aus 100% Arabicabohnen aus Äthiopien, genauer gesagt der Region Kaffa. Trotz fehlenden Robustaanteils und der vergleichsweise hellen Röstung, ist dieser Espresso aber richtig kräftig. Er läuft in einem dichten Cremastrahl aus dem Siebträger in die Tasse und wir nehmen gespannt den ersten Schluck.

Wir schmecken: Einen vollen, würzigen Espresso mit einer deutlichen Schokonote und einem langanhaltenden Abgang und Nachgeschmack.

Wir empfehlen: Auf jeden Fall im Siebträger zubereiten wegen der schönen Cremabildung. Im Espressokocher funktioniert er aber auch super und bekommt diese feine Mokkanote. Und zuletzt ist er natürlich eine perfekte Basis für sämtliche Milchkaffeegetränke.

Hier findest Du den Espresso im Shop.

Espresso el Castillo

Espresso Äthiopien Kaffa
Eine Mischung aus 70% Arabicabohnen aus Kolumbien und Brasilien und 30% Robustabohnen aus Indien – der sich in der Maschine allerdings ganz anders verhält als der Espresso aus Äthiopien. Die Crema ist nämlich sehr hell, was daran liegt, dass auch der Espresso wesentlich heller geröstet ist als der Espresso Kaffa. Und was ergibt der Geschmackstest?

Wir schmecken: Ein nussig, schokoladiges Aroma. Der Espresso ist vollmundig und würzig, allerdings etwas milder als der Espresso aus Äthiopien.

Unsere Empfehlung: Diesen Espresso würden wir immer schwarz trinken, denn er liegt angenehm auf der Zunge und ist schön bekömmlich.

Hier findest Du den Espresso im Shop.

Kaffee-Allroundtalent: Thomas Eckel von der Murnauer Kaffeerösterei zu Gast an Bord

Juli 25th, 2011 § 0

Thomas Eckel von der Murnauer Kaffeerösterei

Thomas vollzog seinen Quereinstieg ins Kaffeegeschäft vor vier Jahren nicht nur mit viel Elan und Begeisterung, sondern auch im Turbogang. Er begann selbst zu rösten, ließ sich in Wien zum Chef-Diplom-Kaffeesommelier ausbilden und ist Deutschlands einziger Q-Grader. Seit zwei Jahren stellt er sein großes Wissen, seine feine Nase und seinen geschluter Gaumen außerdem in der Jury vom Cup of Excellence zur Verfügung.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage (denn wir sind ja kritische Piraten): Hat der Mann seine Titel zu Recht und kann er überhaupt rösten?
Wir finden: Auf jeden Fall! Und da wir unserer Crew gute Röstungen niemals vorenthalten würden, mussten wir Thomas einfach zu uns an Bord holen! Ob Du uns in unserer Begeisterung zustimmst, darüber kannst Du Dir ab sofort selbst ein Bild machen, denn die Kaffees aus der Murnauer Kaffeerösterei gibt es ab sofort zum testen bei uns an Bord. Doch bevor wir uns an die Kaffeemaschine begeben, haben wir Thomas noch ein paar Fragen gestellt.

Thomas Eckel von der Murnauer Kaffeerösterei

bpcc_Seit wann betreibst Du Deine eigene Rösterei und wie bist Du überhaupt zum Kaffee gekommen?
thomas_Meine Leidenschaft zum Kaffee wurde 1995 auf Hawaii geweckt. Dort habe ich zum ersten Mal eine Kaffeeplantage gesehen. Die Einladung vom Kaffeebauern zu einer Tasse Kaffee hat dann mein Leben grundlegend verändert. 2007 war es dann so weit: Ich ließ mich in Wien zum Chef-Diplom-Kaffeesommelier ausbilden und begann, selbst zu rösten. Seitdem hält mich Kaffee fest in seiner Hand.

bpcc_Was hast Du vor Deiner Kaffee-Karriere gemacht?
thomas_Davor war ich Controller bei einer kanadischen Softwarefirma und war für das Wachstum durch Zukäufe von Unternehmen in Europa mit verantwortlich.

bpcc_Du bist Chef-Diplom-Kaffeesommelier: Was genau kann man sich darunter vorstellen und wie sieht diese Ausbildung aus?
thomas_Die Ausbildung ist in drei Teile aufgebaut. Man lernt im Wesentlichen die Unterschiede der Kaffeesorten und die Merkmale der Herkunftsländer kennen, welche sich im Kaffee wieder spiegeln. Man lernt das Zubereiten traditioneller Kaffeegetränke und vor allem, und das ist und war für mich das wichtigste, das Rösten von Kaffee.

Thomas Eckel ist der einzige Q-Grader Deutschlands

bpcc_Du bist der einzige Q-Grader Deutschlands. Was ist das und wie wird man es?
thomas_Q-Grader könnte man am besten übersetzten mit den Worten Qualitätsbegutachter. Ein Q-Grader macht das, was man eigentlich von der Wortwahl von einem Sommelier erwartet: Er bewertet die Kaffees. Beginnend bei der Rohware und dann im gerösteten Zustand. Dabei wird der Kaffee bzgl. Geruch, Geschmack und Aroma bewertet. Die Bewertung des Kaffees erfolgt dabei weltweit von allen Q-Gradern gleich. Bewertet werden 10 Merkmale des Kaffees und jedes Merkmal kann 10 Punkte erhalten. Ein Top Kaffee kann somit bis zu 100 Punkte erreichen. Q-Grader wird man in dem man sich am Coffee Quality Institute das umfangreiche Wissen über Kaffee aneignet und dann einen dreitätigen Test besteht.

Thomas Eckel an seinem Probenröster

bpcc_Jeder Röster hat so seine eigene Philosophie bezüglich der Rohkaffee-Auswahl oder der Zusammenstellung und Röstung der Bohnen. Hast Du auch eine und wenn ja, welche?
thomas_Nur das Beste natürlich. Das klingt so einfach, jedoch steckt viel dahinter. Was ist das Beste? Der Genießer eines Kaffees aus der Murnauer Kaffeerösterei soll mit seinem Getränk eins werden. Wir kennen es vom Wein: Wir kaufen Wein wenn wir wissen, wo er genau herkommt und was drin ist. Diese Transparenz will ich meinen Kunden auch bieten.

Thomas Eckel in der Jury des Cup of Excellence

bpcc_Du warst schon zwei Mal in der Jury von Cup of Excellence. In welchen Ländern war das und wie laufen diese Verkostungen und Bewertungen ab?
thomas_Beim ersten Mal war ich in El Salvator. Dieses Jahr durfte ich nach Kolumbien reisen. Beim COE reichen Kaffeebauern eines Landes ihren Kaffee bei einer Jury ein. Die erste Auswahl aller Kaffees übernimmt eine nationale Jury, bestehend aus professionellen Kaffeeverkostern. Kaffees, welche einen definierten Qualitätsstandart erreichen, werden dann einer internationalen Jury von ca. 24 Juroren aus meist ca. 12 bis 16 Ländern gereicht. Die internationale Jury verkostet dann fünf Tage lang dieses Kaffees. Der Höhepunkt bei der Verkostung ist natürlich immer der 5. Tag an dem nur noch die Creme de la Creme der Kaffees verkostet wird. Das sind die Top 10 die sich meist aus über 500 Kaffees überdurchschnittlich hervorheben.

bpcc_Der Kaffeemarkt ist gerade stark im Wandel begriffen: Die Rohkaffeepreise steigen, die Nachfrage steigt, weil die Chinesen und Japaner neuerdings zu Kaffeetrinkern mutiert sind. Was bedeuten diese Trends für kleine Kaffeeröstereien? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Zukunft?
thomas_Die Nachfrage nach Kaffee und vor allem auch die Nachfrage nach Qualitätskaffee wird weiter steigen. Wir haben in einigen Ländern bereits einen Markt für Spezialitätenkaffees auf dem Konsumenten für 1 kg Kaffee bereits mehr als 40 Euro bezahlen.Diese Nachfrage führt dazu, dass viele Kaffeebauern mehr auf Qualität statt auf Quantität setzen.

Thomas Eckel mit Arbeitern einer KaffeeplantageThomas Eckel auf einer Kaffeeplantage

bpcc_Du warst schon in vielen Kaffee-Anbauländern unterwegs. Wo hat es Dir bisher am besten gefallen und wieso?
thomas_Jedes Land ist einmalig und hat seine Reize. Am meisten war ich von Äthiopien begeistert. Die Landschaft ist so vielfältig und bestimmt das Paradies, wie es in der Bibel beschrieben ist. Die Menschen sind so herzlich und freundlich, dass man sie nie vergessen wird. Der Kaffee in der Geburtstätte des Arabica-Kaffees ist so mannigfaltig im Geschmack, dass hier bestimmt die Engel ihre Finger im Spiel haben;-)

bpcc_Welchen Kaffee/Espresso trinkst Du am liebsten und wie bereitest Du ihn zu?
thomas_Die aktuellen Ernten aus Äthiopien und Costa Rica sind überwältigend. Am Morgen brühe ich gerne meinen Kaffee auf. Am Vormittag folgt eine Cappuccino-Pause und nach dem Mittagessen gibt es einen Espresso.

Thomas Eckel beim Cupping

bpcc_Bist Du ein Genuss- oder ein Vieltrinker? Auf wie viel Liter Kaffee kommst Du?
thomas_Obwohl ich viel Kaffee trinke, bin ich ein Genussmensch. Jeder Schluck muss meine Geschmackssinne berühren. Wenn man die Kaffees aus den Verkostungen mal nicht mit rechnet, dann passiert es durchaus schon mal, dass ich einen Liter Kaffee am Tag trinke. Dann ist er meistens mit der Karlsbader Kanne zubereitet.

So, genug geredet, jetzt ist es wirklich höchste Zeit für einen guten Kaffee, oder? Du auch? Dann hier entlang, bitte.

Kaffeeverkostung mit einem Kaffee-Sommelier

Juli 18th, 2011 § 0

Letzte Woche kam Thomas Eckel zu Besuch, der Besitzer der Kaffeerösterei Murnau. Vor Kurzem erst waren wir in Murnau bei Thomas zu Besuch, den Bericht kannst Du hier lesen. Und diesmal können wir das Geheimnis nicht für uns behalten:

Thomas kam bei uns in Passau vorbei, um mit uns die Kaffees zu verkosten, die ab nächste Woche bei uns im Clubspecial an Bord sein werden. Wir waren hoch gespannt und vom Ergebnis richtig begeistert. Mehr über das Kaffeeverkosten, bzw Cup Tasting erfährst Du im Blog unseres neuen Kaffeeprojekts, dem Green Cup Movement. Und hier kommen noch ein paar Bilder von unserem Wochen-Highlight :-)
Cup Tasting bei BPCC
Cup Tasting bei BPCC
Cup Tasting bei BPCC
Cup Tasting bei BPCC
Cup Tasting bei BPCC
Cup Tasting bei BPCC

Besuch bei Jonas Braun & Lojo’s Coffee im Test

Juli 1st, 2011 § 0

Jonas Braun Kaffeerösterei
Bevor Jonas Braun mit seiner Kaffeelinie Lojo’s Coffee zu uns an Bord kam, haben wir ihn und seinen Vater in Mainaschaff in ihrer Kaffeerösterei Braun besucht: Und die ist definitiv beeindruckend und hat ganz andere Dimensionen als andere Kleinröster, die wir bisher besucht haben. Dennoch ist die Kaffeerösterei Braun weit davon entfernt, ein Industrieröster zu sein. Vor allem, was die Kaffeequalität betrifft.

Jonas Braun Kaffeerösterei
Vater Braun, den wir oben links im Bild sehen,  kam zum Kaffeegeschäft, als er in den Achtzigern mit seiner Frau im VW Bus durch Südamerika tourte. Er sah Kaffeeplantagen, lernte die Kaffeebauern kennen und war fasziniert. Zurück in Deutschland gründete er seine eigene Rösterei und was ganz klein begann ist inzwischen ein solides Unternehmen geworden. Bekannt ist die Kaffeerösterei Braun inzwischen unter anderem wegen ihrer engen Verbindung zur GEPA, die Fair Trade Company, für die sie sämtliche Kaffees röstet.

Jonas Braun Kaffeerösterei

Der 240 Kilo-Röster wurde gerade erst neu installiert, Rohkaffee-Silos und Röstkaffee-Silos sorgen für die optimale Lagerung der Kaffees, die schonend bei mindestens 20 Minuten geröstet werden. Dabei ist Frische oberstes Gebot: Kein fertiger Kaffee liegt länger als fünf Tage im Silo.

Jonas Braun Kaffeerösterei
Jonas Braun Kaffeerösterei
Jonas Braun Kaffeerösterei

Und im Hochregallager entdecken wir Spezialitäten aus aller Herren Länder. Sohn Jonas Braun ist erst Mitte 20, aber neben seinem Studium schon mittendrin im Kaffeegeschäft. Jede freie Minute hilft er in der Rösterei und in den Ferien bereist er die Anbauländer. Da lag es nahe, dass früher oder später die eigene Kaffeelinie folgen wird.

Mit Lojo’s Coffee hat er eine Linie von zwei Kaffees und einem Espresso entwickelt, die allesamt fair gehandel und biozertifiziert sind.Die Röstungen können bis 24. Juli bei uns im Shop verkostet werden.

Und wenn Dich unser Urteil interessiert, dann kannst Du nachfolgend lesen, wie uns die Kaffees geschmeckt haben:

Black Label Espresso

Black Label Espresso
Der Espresso ist eine Mischung sonnengetrockneter Arabica aus den Wäldern Äthiopiens mit einem Schuss handverlesenem Robusta aus Mexiko und Tansania. Eine typisch italienische, sehr dunkel geröstete Espressomischung, die Power haben soll. Wir öffnen den Beutel und:

Wir riechen: Ein kräftiges, karamelliges Aroma. Intensiv würzig mit einer Süßen Note. Der im Siebträger zubereitete Espresso hat ein fruchtiges Aroma.
Wir schmecken: Das fruchtige Aroma setzt sich in der Tasse nicht fort. Wir schmecken einen würzig, kräftigen Espresso. Die auf der PRoduktangabe benannten Noten von gebrannten Mandeln sind deutlich erkennbar. Der Espresso hinterlässt ein samtiges Mundgefühl.
Unser Fazit: Ein klassischer Espresso, so wie man ihn sich in Italien wünscht – vielleicht nicht ganz so stark, was wir als positiv empfinden. Für seinen Preis ist das definitiv eine großartige Wahl für einen Alltagsespresso, der sich auch toll im Cappuccino macht! Für 10,50€ bekommt man 500Gramm in ganzer Bohne.

White Label Kaffee

White Label Espresso
Eine Arabica-Robusta-Mischung aus den Regionen Genuine Marcala in Honduras, Caiamarca in Peru, und aus Harrar in  Äthiopien. Bestens geeignet für Vollautomaten, aber als Crema Kaffee im Siebträger zubereitet. Wir sind gespannt, stellen die Mühle neu ein, machen den Siebträger startklar und öffnen den Beutel:

Wir riechen: Angenehm süßlich duftende Kaffeebohnen. Sie sind dunkel geröstet und ergeben in der Tasse ein fruchtig süßes Aroma.
Wir schmecken: Einen fein-milden Kaffee mit einer schön weichen Crema und feiner Säure. Der Kaffee ist dennoch vollmundig, hinterlässt aber keinen langen Nachgeschmack.
Unser Fazit: Ein magenschonender Alltagskaffee. Fein mit einem Schuss Kaffeesahne oder als Milchkaffee. Für 9,50€ bekommt man 500Gramm in ganzer Bohne.

Silver Label Kaffee

Silver Label Espresso
In dieser Mischung wurden Bohnen aus Kerala mit Bohnen aus Indien, Brasilien und aus der Kilimadscharo-Region in Tansania gemischt. Der Kaffee ist vorgemahlen, da er explizit für Filterkaffee-Trinker entwickelt wurde. Wir bereiten ihn in der AeroPress zu.

Wir riechen: Einen würzigen Kaffee mit einer fruchtigen Säure.
Wir schmecken: Einen fruchtig-milden Kaffee mit mittelvollem Körper und einem dezenten Nachgeschmack.
Unser Fazit: Ein solider Alltagskaffee, der einen unschlagbaren Preis hat. Für nur 6,80€ gibt es den 500 Gramm Beutel, der bereits vorgemahlen ist.

Die Kaffeepiraten auf der SCAE – World of Coffee

Juni 29th, 2011 § 0

World of Coffee Maastricht

Über unsere Facebook-Seite hattet Ihr es schon mitbekommen: Letzte Woche fand die SCAE World of Coffee in Maastricht statt. Die SCAE, das ist der Europäische Kaffeeverband, der diese Messe plus Weltmeisterschaften alljährlich organisiert. In fünf Disziplinen, unter anderem Latte Art (das sind die Bildchen, die mit Milch in den Espresso “gemalt” werden) und Cup Tasting (Kaffeeverkostung) traten Teilnehmer aus aller Herren Länder an. Für uns Kaffeepiraten also ein perfekter Termin, um die Köpfe der Kaffeeszene zu treffen und kennenzulernen. Unter anderem Matthias Hoppenworth vom Frankfurter Café Hoppenworth & Ploch, der bis ins Finale der Latte Art Weltmeisterschaften kam und nun der acht-beste Milchkünstler der Welt ist. Und dann natürlich Tom Schweiger, der hier schon öfters erwähnt wurde: Er war 2010 Deutscher Baristameister und trat in der Kategorie “World Coffee in Good Spirits” an: Das bedeutet, dass Kaffees mit Spirituosen in kreativen Cocktails veredelt werden. Tom Schweiger kam ebenfalls ins Finale der Meisterschaften. Es gewann jedoch der Herausforderer aus Russland.
World of Coffee Maastricht
Auf der Messe präsentierten sich Hersteller von Röstmaschinen, kleine Röstereien, Rohkaffee-Händler und Verpackungshersteller aus aller Welt.World of Coffee Maastricht
Im “Coffee Village” wurden von früh bis spät Vorträge gehalten über Kaffeeanbau und auch Möglichkeiten der Aus-und Fortbildung.World of Coffee Maastricht

Caro entdeckt die “Speedster” – eine Siebträgermaschine von Kees van der Westen aus Holland. Er hat sein Handwerk beim Traditionshersteller La Marzocco gelernt. World of Coffee Maastricht
Den perfekten Cappuccino trinken wir aus einer Synesso Siebträgermaschine. Zubereitet von den Jungs von SOK, einem Summer Espresso Lab aus Amsterdam.Cup Tasters Maastricht
Bei der World Cup Tasters Championship müssen in acht Minuten acht Kaffees verkostet werden. Jeder ist drei Mal zubereitet, einmal jedoch anders. Die Teilnehmer müssen herausfinden, welcher es ist. Es gewinnt der Teinlehmer aus Griechnland – und zwar nur durch bloßes Hinsehen!World of Coffee Maastricht
Auf der Bühne bei den Latte Art Weltmeisterschaften. Das Publikum feuert die Teilnehmer kräftig an, die umringt sind von Kameras und der Jury. World of Coffee Maastricht
World of Coffee Maastricht

Die Finalisten der Latte Art Weltmeisterschaften gratulieren sich. Links sehen wir Matthias Hoppenworth aus Frankfurt. In der Mitte ist der Teilnehmer aus Griechenland zu sehen, Chris Loukakis, der die Meisterschaften gewinnen wird.